Syrien – ein erbarmungsloser Kampf

Die Gewalt in Syrien eskaliert und der Konflikt hat längst dramatische Aus­wirkungen auf die ganze Region. Neun Millionen Syrer sind auf Hilfe angewiesen, zwei Drittel von ihnen sind Flüchtlinge im eigenen Land. Der Flüchtlings­dienst der Jesuiten hilft Familien in Syrien, Libanon, Jordanien und der Türkei.

Trauriger Alltag – Hoffnungsvolle Ahnung (Februar 2018)

Die Lage in den kurdischen Gebieten im Nordwesten Syriens eskaliert nach dem Einmarsch türkischer Truppen weiter. Doch auch andere Regionen des seit nunmehr sieben Jahren bürgerkriegsgeplagten Landes kommen nicht zur Ruhe. Pater Nawras Sammour ist Regionaldirektor des Jesuiten-Flüchtlingsdienst im Nahen Osten mit Sitz in Damaskus und berichtet von permanenter Unsicherheit, Gewalt und Vertreibung. Ein deutscher Pfarrer, der Augsburger Ulrich Lindl, hat sich ein Bild von der Situation in Damaskus und im libanesischen Baalbek gemacht, wo viele syrische Flüchtlinge gestrandet sind. Pfarrer Lindl leitet die weltkirchliche Arbeit im Bistum, das die Bildungsarbeit des JRS im Libanon unterstützt.

Auch im Jahr 7 des Bürgerkrieges ist kein Ende abzusehen.
P. Nawras Sammour SJ vom JRS: im Dienst der Flüchtlinge

Die Situation bleibt ernst

„Am 19. Januar haben uns tragische Nachrichten erreicht: 12 syrische Flüchtlinge sind auf der Flucht ins Nachbarland Libanon im Gebirge erfroren. Wir waren entsetzt, aber leider ist das in unserem Teil der Welt trauriger Alltag geworden. Vor ein paar Tagen habe ich sieben junge Männer getroffen, die es in die libanesische Hauptstadt Beirut geschafft haben und sich so dem Militärdienst in Syrien entziehen konnten. Alle von ihnen sind gut ausgebildet. In Syrien waren sie in unseren Pfarreien aktiv und bei den Pfadfindern. Es ist nicht leicht zu ertragen, unter welchen Umständen sie jetzt leben müssen: Kaum Wohnraum, dennoch hohe Mieten und keine Aussichten auf Arbeit. Wir Jesuiten können sie hier und da etwas unterstützen, aber haben auch unsere Grenzen.

Neue Fluchtwelle nach Aleppo

Für all jene, die in Syrien ausharren, ist das Leben sehr unsicher und riskant. Damaskus und andere Gebiete werden in schrecklicher Regelmäßigkeit durch Bombenanschläge erschüttert. Die Angriffe der Türkei auf Afrin betreffen Tausende; viele sind nach Aleppo geflohen. Trotz der vielen Herausforderungen und Rückschläge erreichen wir als JRS die Flüchtlinge und Vertriebenen in Syrien, im Irak, im Libanon, in Jordanien mit Angeboten im Bildungsbereich, gesundheitlicher und psychosozialer Betreuung und Lebensmittelpaketen. Vor allem tun wir unser Bestes, um inmitten der Flüchtlinge, Vertriebenen und Ausgeschlossenen zu sein – ihnen zu dienen, sie zu begleiten und ihnen eine Stimme zu geben.“

Fr. Nawras Sammour SJ
Regionaldirektor Jesuiten-Flüchtlingsdienst (MENA Region)

Die Menschen leiden

Der 15. März 2014 markiert den traurigen dritten Jahrestag der Krise in Syrien. Was 2011 mit Demonstrationen junger Studen­ten für Demo­kratie und friedlichen Protesten gegen das Regime von Baschar al-Assad begann, hat sich zur größten humanitären Not­lage unserer Gegen­wart ausgeweitet. Mehr als neun Millionen Syrer sind auf Hilfe angewiesen, zwei Drittel von ihnen sind Flücht­­linge im eigenen Land. Krieg und Gewalt haben sie aus ihren Häusern ver­trieben, ganze Viertel wurden zerstört, Schulen mussten schließen, Arbeits­plätze gingen verloren, Preise explodierten. In belagerten Orten wie der Altstadt von Homs, leiden Familien an Mangel­ernährung und Hunger. Mehr als 150.000 Todesopfer hat der Konflikt bisher gefordert und durch die zusammen­gebrochene Gesundheits­versorgung sind in einigen Regionen Syriens wieder Krankheiten wie Polio, Tuberkulose und Typhus aus­gebrochen. Die Menschen leiden. Und viele Nachbarländer sind durch die hohen Flüchtlings­zahlen längst am Rande ihrer Kapazitäten angelangt: Allein im kleinen Libanon sind eine Million Flüchtlinge aus Syrien untergekommen. Jordanien, Türkei, Irak und Ägypten sind weitere Aufnahmeländer der insgesamt drei Millionen syrischen Flüchtlinge in der Region.

Netzwerke der Hilfe

Über syrische Jesuiten, die mit lokalen Freiwilligen in Damaskus, Homs und Aleppo gut funktionierende Netzwerke der Hilfe aufgebaut haben, ist der Flüchtlingsdienst der Jesuiten (JRS) eine der wenigen Organisationen, die nach wie vor die Notleidenden im Land selbst erreichen. Junge Christen und Muslime besuchen gemeinsam die Flüchtlingsfamilien, verteilen Decken, Matratzen, Kochgeschirr, Lebensmittel, helfen bei der Wohnungssuche, organisieren Betreu­ung, Unterricht, Spiele und Sport für die Kinder, um ihrem Alltag zumindest den Anschein verlässlicher Normalität zu geben.

„Eine Mörsergranate kann überall landen“

„Eigentlich gibt es keine wirklich sicheren Gegenden mehr in Syrien. Eine Mörsergrante kann überall und zu jeder Zeit landen“, erklärt Nader, der in Damaskus für den JRS arbeitet. „Am meisten macht mir zu schaffen, dass du nicht weißt, ob du die anderen jemals wiedersehen wirst, wenn du morgens aus dem Haus gehst“, sagt ein anderer Freiwilliger. Pater Nawras Sammour betont vor allem das Gefühl der Verlassenheit: „Nach so viel andauernder Gewalt sind die meisten in Syrien wirklich müde – müde und frustriert. Wir fühlen uns alleingelassen. Wir brauchen in Syrien mehr internationale Präsenz.“

Begleitung und Bildung

Der Flüchtlingsdienst der Jesuiten hilft über die verschiedenen Programme mehr als 300.000 Menschen in Syrien und den Nachbarländern Libanon, Jordanien und der Türkei. Die Begleitung über Hausbesuche ist eine zentrale Säule der Arbeit. Denn das schafft Nähe und Vertrauen. Weitere Schwerpunkte sind psychosoziale Unterstützung und Bildungsprojekte für Kinder und Erwachsene. Die Jesuitenmission konnte die Nothilfe für syrische Flüchtlinge dank Ihrer Hilfe bisher mit 1,5 Millionen Euro unterstützen. Für jede Spende, jedes Gebet und jedes Zeichen der Solidarität danken wir Ihnen herzlich!

Weitere Informationen:

Danke für Ihre Hilfe!

Seit 2008 arbeitet der Flüchtlingsdienst der Jesuiten (JRS) in Syrien und Jordanien. Damals ging es vor allem um die Begleitung irakischer Flüchtlinge. Heute ist der JRS eine der wenigen Organisationen, die nicht nur in den Nachbarländern, sondern auch noch in Syrien selbst den Flüchtlingsfamilien helfen können. Danke für Ihre Spende!

Informationen über die Arbeit des JRS im Nordirak finden Sie hier: -> Nothilfe Nordirak

Projekt Flüchtlinge in Syrien

Länder:
Syrien, Libanon, Jordanien, Türkei

Partner:
P. Tony Calleja SJ, JRS Libanon

Zielgruppe:
Neun Millionen Syrer sind auf Hilfe angewiesen – im eigenen Land und als Flüchtlinge in Nachbarländern.

So können Sie helfen:

  • 55 Euro pro Monat reichen, damit ein Flüchtlings­kind tagsüber betreut wird und ein Mittagessen erhält
  • 50 Euro pro Monat kostet der Basiskorb mit Grundnahrungsmitteln für eine fünfköpfige Familie
  • 160 Euro reichen für die Monatsmiete einer Familie
  • 1.000 Euro kostet es, eine warme Mahlzeit für 2.500 Flüchtlinge pro Tag zu kochen

Ihre Spende hilft

  • MENSCHEN FÜR ANDERE
  • Verwendungszweck:
  • JRS Syrien
  • Bank: Erste Bank
  • IBAN: AT94 2011 1822 5344 0000
  • BIC: GIBAATWWXXX

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Ihre Spende ist gemäß § 4a Abs 2 Z3 lit a bis c EStG steuerlich absetzbar. ZVR Zahl 530615772 / SO 1345

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