Nothilfe für Ostafrika

Die Ostafrikanische Provinz der Jesuiten bittet um Unterstützung für Nothilfemaßnahmen in den besonders von der Hungersnot betroffenen Gebieten im Südsudan, Äthiopien und Nordkenia: "Nichtstun ist in dieser Situation keine Option.“

Ostafrika Nothilfe

Binnenflüchtlinge im Südsudan. Bild: Angela Wells, Jesuit Refugee Service

Die Länder am Horn von Afrika sind mit der schwersten Dürre seit 1945 konfrontiert. Bereits 2016 beeinträchtigte die Trockenheit durch das Wetterphänomen El Niño die Getreideproduktion und Viehwirtschaft. Im Ergebnis sind die Lebensmittelpreise regelrecht explodiert. Es gibt zahlreiche Konflikte um die schrumpfenden Weideflächen und massive Verluste beim Viehbestand und Wildtieren. Kriegerische Auseinandersetzungen in der Region und Millionen Menschen auf der Flucht verschärfen das Problem erheblich.

Kenia:

Mehr als 2,7 Millionen Menschen in den nördlichen Landesteilen sind derzeit von Nahrungsmittelknappheit betroffen. Das Rote Kreuz schätzt, dass sich die Zahl der Hungernden in den nächsten Wochen auf vier Millionen erhöhen wird. Die am schlimmsten betroffenen Landesteile sind Samburu, Marsabit, Isiolo, Garrisa, Mandera, Wajir, Turkana, Tana River, Baringo, Laikipia und West Pokot. Von März bis Mai fiel dort kein Regen, mit katastrophalen Auswirkungen auf Viehbestände und Ackerbau. Die jüngsten schweren Regenfälle in Pokot führten zu Überschwemmungen, viele Menschen und Tiere sind ertrunken.

Die Situation führt zudem zu großen Spannungen in den Gemeinden: Es kam zu tödlichen Zusammenstößen, Hunderte Menschen wurden vertrieben. Zwar hat sich die Lange durch die Regenfälle der letzten Tage leicht verbessert, aber die landwirtschaftliche Produktion ist immer noch am Boden, vor allem fehlt es am Grundnahrungsmittel Mais, den einige skrupellose Händler horten und so die Preise in die Höhe treiben. Das Rote Kreuz stellt fest, dass die Unterernährung bei Kindern stetig steigt. In einigen Gebieten haben die Menschen überhaupt keinen Zugang mehr zu Wasser; mehr als 340.000 Kinder unter fünf Jahren sind akut unterernährt, 30 Prozent der Gesamtbevölkerung leiden Hunger.

Hilfsmaßnahmen

Die kenianische Regierung versucht, in Zusammenarbeit mit anderen Entwicklungspartnern, die humanitäre Hilfe in den betroffenen Gebieten auszuweiten. Da aber keine Zahlen über diese eher unkoordinierten Maßnahmen vorliegen, ist es schwierig, ihre Auswirkungen zu beurteilen. Ohne adäquate und nachhaltige Maßnahmen könnten in der Trockenperiode zwischen Juli und September, vor allem in Marsabit und Turkana, viele weitere arme Haushalte betroffen sein.

Die Jesuiten-Provinz Ostafrika arbeitet mit verschiedenen lokalen und internationalen Partnern zusammen, um vor allem die betroffene Regionen Isiolo und Baringo zu unterstützen. Aufgrund kleiner finanzieller Ressourcen können die Jesuiten aber bei Weitem nicht den Gesamtbedarf decken.

Äthiopien:

Die Dürre in Äthiopien betrifft 5, 6 Millionen Menschen; 300.000 irren auf der Suche nach Nahrung und Wasser durchs Land, etwa 228.000 Kinder mussten die Schule abbrechen.Vor allem betroffen sind die südlichen und südöstlichen Landesteile: Nur selten fällt etwas Regen, es wird immer schwieriger, an Nahrung zu kommen, die Viehbestände sind dezimiert. Die meisten dieser Gebiete werden noch länger unter der Krise leiden. Es gibt keine verlässliche Soforthilfe; das Viehsterben wird voraussichtlich bis September weitergehen, erst dann wird Regen erwartet; die letzten Niederschläge in den südlichen und südöstlichen Gebieten Anfang Mai lieferten nur marginale Verbesserungen. Die Folge sind massive Preiserhöhungen: Weizenmehl etwa ist um 26% teurer geworden.

Hilfsmaßnahmen

Die humanitäre Soforthilfe durch die staatliche National Disaster RiskManagement Commission (NDRMC) und das Welternährungsprogramm (WFP) lindert die Auswirkungen der akuten Nahrungsmittelknappheit, vor allem in Südost-Somali, Ost-Amhara, Süd-Tigray und Teilen von Oromia, kann aber die Bedürfnisse bei Weitem nicht decken. 
Die Jesuiten Ostafrika haben derzeit kein eigenes Programm für Äthiopien, doch der Jesuiten-Flüchtlingsdienst (JRS) ist aktiv. Um effektiv auf die Nahrungsmittelkrise in Äthiopien zu reagieren, fließen Ressourcen in den JRS-Standort Bahir Dar.

Südsudan:

Im Februar 2017 wurde für den Südsudan offiziell eine „Hungerkatastrophe“ ausgerufen. Geschätzte 4,6 Millionen Menschen brauchen landesweit dringend Nahrung, Wasser und Medikamente.
Die schwelenden Konflikte und extreme Nahrungsmittelknappheit haben, vor allem in den größeren Städten, 100.000 Menschen in die Flucht getrieben. Nach Berichten der NGO FAWE sind nach militärischen Auseinandersetzungen im April 6000 Menschen aus der Region Eastern
Equatoria ins Nachbarland Uganda geflohen. Weitere 17.000 haben die Stadt Wau verlassen, nachdem die Gewalt zwischen den Bürgerkriegsparteien wieder aufgeflammt ist. Die Lebensumstände in den Flüchtlingslagern sind schlecht; rund um Wau sind etwa 38.000 Menschen ohne Obdach. 
In diesem Jahr sind über 95.500 Südsudanesen ins Nachbarland Sudan geflohen, die meisten aus der Gegend um Bahr el Ghazal. Der Bürgerkrieg macht es Helfern unmöglich, alle betroffenen Gebiete zu erreichen.

Hilfsmaßnahmen

Im April konnten Hilfsorganisationen etwa 48.500 Menschen in der Region Leer und weitere 28.600 in Mayendit County unterstützen. Auch die Bevölkerung in Panyijiar, Lainya und Wonduruba erfährt Hilfe.

Die Jesuiten im Südsudan arbeiten vor allem mit der örtlichen Kirche zusammen, um die Opfer von Hungersnot und Bürgerkrieg zu erreichen. Jesuiten arbeiten in Wau, Rumbek, Cuiebet County und Maban. In Rumbek haben die Jesuiten in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden Lagerräume eingerichtet. In Wau hat die Loyola Secondary School ein Ernährungsprogramm für alle Schüler während der Unterrichtszeiten gestartet. Dier meisten bekommen dort die einzige Mahlzeit des Tages. Die Schulverwaltung in Wau und die Gemeinde in Rumbek würden die Unterstützung gerne auf die bedürftigen Familien in der Umgebung ausdehnen, aber es fehlen die Mittel.

Bitte um Unterstützung

Joseph Afulo SJ

Zur Ostafrikanischen Provinz der Jesuiten gehören Kenia, Uganda, Tansania, Südsudan, Äthiopien und der Sudan. In den Schulen, Gemeinden und anderen Einrichtungen und Projekten erleben die Jesuiten und ihre Mitarbeiter täglich die Realität und Auswirkungen der Hungersnot. Ein erstes Warnzeichen ist immer das Fernbleiben von Schülerinnen und Schülern, das auf eine Knappheit von Nahrungsmitteln hindeutet. Dann „verschwinden“ ganze Familien, weil sie sich auf die Suche nach Nahrung und Wasser machen. Schließlich melden sich hunderte von Menschen bei den Pfarrgemeinden mit der Bitte um Hilfe und Schutz.

In dieser Lage bittet Pater Joseph Oduor Afulo SJ, der Provinzial von Ostafrika, um unsere Unterstützung: „Wir müssen erkennen und eingestehen, dass das Ausmaß dieser Krise unsere personellen und finanziellen Mittel vor Ort bei weitem übersteigt. Aber Nichtstun ist in dieser Situation keine Option. Unsere Hoffnung ist, dass unsere Maßnahmen einen kleinen aber bedeutenden Beitrag leisten zur Rettung von Leben unschuldiger Opfer dieser humanitären Krise.“

Was gebraucht wird

Corbinian Kyara SJ

Über das Netzwerk der jesuitischen Einrichtungen und in Zusammenarbeit mit anderen Ordensgemeinschaften und deren lokalen Präsenzen werden Grundnahrungsmittel, sauberes Trinkwasser sowie dringend benötigte Medikamente und Kleidung an Bedürftige ausgegeben. Die Provinz kalkuliert die Kosten pro Monat auf 21,40 Euro pro Person. 20-25.000 Menschen können die Jesuiten auf diesen Wegen erreichen. Koordiniert werden die Maßnahmen durch Pater Corbinian Kyara SJ, den Direktor des Entwicklungsbüros der Provinz. Je nach Entwicklung der Situation, insbesondere im Hinblick auf die erwartete Regenzeit bis Juni, wird entschieden, ob das Programm über Juli hinaus fortgeführt wird.

Nichtstun ist keine Option

Die Jesuiten sind global aufgestellt, aber keine Organisation der Katastrophenhilfe. Wir haben keine Transportflotte und kein Bereitschaftspersonal, das kurzfristig an jeden Brennpunkt der Welt verlegt werden kann. Der Schwerpunkt unserer Arbeit ist nicht die akute Nothilfe, sondern die langfristige Entwicklung und das Leben mit den und für die Menschen an den Rändern der Gesellschaft. Diese Nähe und Verbundenheit mit den Menschen vor Ort macht uns sensibel für ihre Nöte und ihr Leid. Und sie lässt uns hautnah das Gefühl der Machtlosigkeit und Überforderung erfahren.

„Nichtstun ist keine Option“ wie Pater Afulo sagt, ist der wohl prägnanteste Ausdruck dieser Gefühle. Die Symptome kurieren, während die Ursachen unbehandelt bleiben oder zurückstehen müssen, ist wenig nachhaltig. 20-25.000 Menschen helfen, während Millionen auf Rettung hoffen, erscheint nicht als Heldentat. Aber wir helfen vor Ort so, wie wir können und leisten das, was uns möglich ist. 428.000 Euro erbittet die Provinz monatlich, um zumindest dies tun zu können: Danke für Ihre Unterstützung!

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Brief Joseph Afulo SJ

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