„Ignatiusfest“ – was bedeutet dieser Tag für uns Jesuiten?

Die weltweite Gesellschaft Jesu feiert an jedem 31. Juli das Fest ihres Ordensgründers, des heiligen Ignatius von Loyola. Warum gerade an diesem Tag? Am 31. Juli 1556 endete in Rom das ereignisreiche Leben des baskischen Edelmannes Iñigo López de Oñaz y Loyola, das am 31. Mai 1491 auf seinem väterlichen Ansitz Loyola bei Azpeitia begonnen hatte. Iñigo war der jüngste Sohn des Don Beltrán Yáñez de Oñaz y Loyola und dessen Ehefrau Marina Sáez de Licona y Balda. Es sollte das letzte von zwölf Kindern sein. Denn seine Mutter starb kurz nach seiner Geburt und so wurde Íñigo López von der Frau eines benachbarten Schmiedes aufgezogen. 1507 wurde der Sechzehnjährige Page am Hof des Großschatzmeisters von Kastilien in Arévalo und zehn Jahre später Offizier beim Vizekönig von Navarra, wo er 1521 bei der Verteidigung der Festung Pamplona gegen die Franzosen durch eine Kanonenkugel am Bein schwer verwundet wurde.

Während der monatelangen Rekonvaleszenz im heimatlichen Schloss las er zunächst aus Langeweile, dann mit Interesse die Bibel und Biographien und Legenden von Heiligen. In dieser Zeit kam es zu einer Neuorientierung seines Lebens – kaum geheilt, legte er Waffen und Rüstung vor der Madonna vom Montserrat ab und begab sich „als Pilger“ auf eine lange innere und äußere Reise. Im nahen Städtchen Manresa hielt er Rast auf dem Weg nach Barcelona. Fast ein Jahr lang blieb er dort, um – von etlichen Anfechtungen und Krisen geschüttelt – seine Zukunft klarer zu sehen. Hier entstand das Konzept der „Geistlichen Übungen“, der Ignatianischen Exerzitien. Gereift und gestärkt setzte er seine Pilgerfahrt per Schiff nach Palästina fort, um im Heiligen Land „die Mauren zu bekehren“. Doch das war unmöglich, und so setzte er sich nach seiner Rückkehr für zwei Jahre in Barcelona auf die Schulbank, um anschließend mit höheren Studien zu beginnen. Mehrere Ansätze in Spanien scheiterten, doch in Paris konnte der nun schon über dreißig Jahre alte Iñigo schließlich nicht nur seine Studien fortsetzen und mit dem Magistertitel beenden; er fand sich auch mit mehreren Mitstudenten zu einem geistlichen Freundeskreis zusammen. Am 15. August 1534 legte dieser Kreis am Montmartre das Gelübde ab, gemeinsam nach Jerusalem zu fahren und – falls das nicht möglich war – sich in Rom dem Papst zur Verfügung zu stellen.

Palästinareisen waren aber in diesem Jahr politisch unmöglich geworden, und so fand sich die Gruppe, die in Oberitalien mit pastoralen und sozialen Einsätzen beschäftigt war, mit dem inzwischen zum Priester geweihten Ignatius (so nannte er sich nun) 1538 in Rom zusammen. Hier beschloss man endgültig die Gründung einer Ordensgemeinschaft neuer Art und gab sich in langen Beratungen die entsprechenden Regeln. Am 25. September 1540 bestätigte Papst Paul III. feierlich die Gründung der Gesellschaft Jesu.

Der neue Orden wuchs rasch und Ignatius wurde zu seinem ersten Generaloberen gewählt. Er blieb nun für den Rest seines Lebens fast immer in Rom und hielt mit Briefen und Anweisungen, mit geistlichen Impulsen und dem Instrument der Exerzitien die weltweit gewordene Jesuitenschar zusammen. Der kränkliche Pater General sah im Frühjahr 1556 sein Ende nahen, doch seine Umgebung nahm seine Krankheit nicht so ernst und so war am frühen Morgen dieses 31. Juli Ignatius schon tot, als sein Sekretär mit dem Segen des Papstes zurückkehrte. Allein, leise und unauffällig und ohne den Empfang der Sterbesakramente war Ignatius heimgegangen, und dieses Sterben war so typisch für sein Leben und seinen Einsatz im Dienst anderer.

Was feiern wir Jesuiten also an diesem Tag? Nicht so sehr dieses leise Sterben, sondern die innere Vollendung eines Lebens, dem nicht nur der Jesuitenorden, sondern die Kirche in geistlicher Hinsicht sehr viel verdankt. Als Ignatius starb, hatte die Gesellschaft Jesu in zwölf Provinzen auf vier Erdteilen über 1000 Mitglieder und zahlreiche Kollegien und Bildungseinrichtungen. In den folgenden Jahrhunderten hat das geistliche Erbe unseres Gründers der Kirche und der Welt viel Gutes gebracht, ist der Orden aber auch durch manche Krisen gegangen und musste schließlich seine Auflösung (1773) und seinen Neubeginn (1814) erleben. Heute stehen wir vor schwierigen aber auch verheißungsvollen Herausforderungen einer Neustrukturierung der ganzen Gemeinschaft.

Wir Jesuiten laden herzlich zur Feier des Ignatiusfestes ein!

Wien-Lainz
18.30 Uhr, Festmesse in der Konzilsgedächtniskirche
Kardinal-König-Platz 2, 1130 Wien

Innsbruck
19.00 Uhr, Festmesse in der Jesuitenkirche
Karl-Rahner-Platz 2, 6020 Innsbruck

Graz
19.00 Uhr, Festmesse in der Leechkirche
Zinzendorfgasse 3, 8010 Graz

Linz
9.00 Uhr, Festmesse in der Ignatiuskirche
Alter Dom, Domgasse 3, 4020 Linz

Peter Paul Rubens Wunder des heiligen Ignatius

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