Meilensteine auf einem langen Weg

Vor vierzig Jahren zerstörten die Roten Khmer das gesamte Bildungssystem in Kambodscha, da sie Bildung als Verrat an ihrem Ideal eines reinen Agrarkommunismus sahen. Anfang der 1990-Jahre schuf der JRS ein Ausbildungs- und Beschäftigungszentrum für körperbehinderte Erwachsene, um physisch und psychisch verwundeten Männern aller militärischer Fraktionen einen Ort zum Lernen, Arbeiten und Zusammenleben zu bieten.

Schatten der Vergangenheit

Vor vierzig Jahren zerstörten die Roten Khmer das gesamte Bildungssystem in Kambodscha, da sie Bildung als Verrat an ihrem Ideal eines reinen Agrarkommunismus sahen. Der Herrschaft der Roten Khmer folgte ein jahrelanger Bürgerkrieg, der mit dem Pariser Friedensabkommen von 1991 offiziell endete. Es gab viele Kriegs- und Minenopfer. Die Jesuiten kehrten mit den ersten Flüchtlingen ins Land zurück und halfen beim Wiederaufbau. Die Organisation JRS Cambodia (Jesuit Refugee Service) gründete 1991 in der Provinz Kandal, bei Phnom Phenh, ein Berufstrainingszentrum für Menschen mit physischen Behinderungen.

Banteay Prieb – „Special Education“ unter Palmen

Rund 23 km von Phnom Penh entfernt schuf ein Team des Jesuit Refugee Service (JRS) Anfang der 1990-Jahre aus einem ehemaligen Armeelager mit Gefängnis und Hinrichtungsstätte ein Ausbildungs- und Beschäftigungszentrum für körperbehinderte Erwachsene, um physisch und psychisch verwundeten Männern aller militärischer Fraktionen einen Ort zum Lernen, Arbeiten und Zusammenleben zu bieten. Man pflanzte Kokospalmen, setzte Blumen, legte Teiche und Plätze zum Entspannen und Beisammensein an und integrierte einen Bauernhof mit Schweine-, Rinder und Hühnerhaltung sowie eine Zentrale für dörfliche Entwicklung. Der Name Banteay Prieb, “Zentrum der Taube”, wurde beibehalten. Er fungiert als Sinnbild des Wandels vom Angelpunkt für Botentauben während des Bürgerkriegs zum Sammelbecken für auf Frieden, Versöhnung und Zukunft hin ausgerichtete Aktivitäten.

Ein Pilotprojekt für die Gleichberechtigung

Bis zu 120 SchülerInnen zwischen 18 und 40 Jahren finden hier für ein bis zwei Jahre ein Zuhause und werden in den Bereichen Landwirtschaft, Mechanik, Elektronik, Handyreparatur, Nähen und Handwerk sowie Hairstyle und Kosmetik ausgebildet. Seit 2015 bietet das Zentrum auch für Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung Kurse an. Das zweijährige sonderpädagogische Ausbildungsprogramm ist ein landesweites Pilotprojekt und mag als Markstein auf dem langen Weg zur Gleichberechtigung aller MitbürgerInnen mit Behinderung gelten.

Meilensteine auf einem langen Weg

Bereits 1993 starteten die ersten Werkstätten in Banteay Prieb. Angestellte der Rollstuhlherstellung kreierten mit dem „Mekong Weelchair“ ein einzigartiges, an die Gegebenheiten des Landes und die Bedürfnisse seiner Bewohner angepasstes Modell und lieferten seine Exemplare bis dato tausendfach an KundInnen in sämtlichen Provinzen Kambodschas. 1997 hieß man erstmals Studentinnen willkommen und ergänzte das durchwegs einjährige Berufsbildungsprogramm um einen Näh- und einen Webzweig, dem kürzlich eine halbjährige Hairstyle- und Make up-Klasse folgte. Seit nunmehr 17 Jahren unterstützt und begleitet ein eigenes Outreach-Team die AbsolventInnen bei der Planung selbständiger Vorhaben oder bei der Arbeitssuche und hilft den ehemaligen Schützlingen zudem im Falle tiefsitzender Familienkonflikte. Die psychosoziale Betreuung der Studierenden erfolgt durch Haus-und GemeinschaftslehrerInnen. Sie teilen Alltag, Freizeit, Ängste und Sorgen mit den häufig recht jungen Frauen und Männern, welche erstmals auf sich gestellt Erfahrungen sammeln und die Weichen für ihren künftigen Lebensweg stellen. Das von den Studierenden Schritt für Schritt erreichte Selbstvertrauen und Gefühl von Unabhängigkeit und Zugehörigkeit spiegeln sich geradewegs in der Zusammensetzung der Belegschaft wider: alle Lehrenden und in der Administration Tätigen sind KambodschanerInnen, 90% davon ehemalige SchülerInnen.

Projekt Banteay Prieb – „Special Education“

Land:
Kambodscha

Partner:
Pater KWON Oh-chang Simon SJ

Zielgruppe:
Menschen mit körperlichen und intellektuellen Beeinträchtigungen

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