Bildungsprogramm und psychosozialer Dienst

Der Flüchtlingsdienst der Jesuiten (JRS: Jesuit Refugee Service) ist im Flüchtlingslager Dazelka für das gesamte Bildungsprogramm, einen breit angelegten psychosozialen Dienst sowie für die Leitung der katholischen Gemeinde zuständig. Bekannt ist der JRS aber auch in Dzaleka für seine Kompetenzen in puncto Konfliktlösung und Friedensstiftung.

Das Flüchtlingslager „Dzaleka“ in Dowa, Malawi

Blick auf das Flüchtlingscamp Dzaleka

Das Flüchtlingslager Malawi, ein südostafrikanischer Binnenstaat, ist eines der ärmsten Länder der Welt. 90% der ca. 17 Mio. Einwohner sind von Subsistenzwirtschaft abhängig und 51% leben in Armut. Trotz dieser desparaten Situation beherbergt Malawi im Flüchtlingslager Dzaleka ca. 25.000 Flüchtlinge und Asylsuchende. Mehrheitlich kommen sie aus der Demokratischen Republik Kongo, Burundi und Ruanda. 65% von ihnen sind Kinder und Jugendliche.

Die Bewohner von Dzaleka kommen gerne in die Räume des JRS, sie werden dort freundlich empfangen, beraten, informiert oder weiter vermittelt. Die drei Bereiche, für die der JRS in Dzaleka zuständig ist, sind Bildung, psychosozialer Dienst und Pastoral.

Grundschule

(c) JRS I O Giulio D’Ercole – Secondary School

6.202 Kinder besuchen derzeit die Schulen des JRS in Dzaleka. Die Kapazität der beliebten Schuleinrichtungen im Camp stößt durch den Zuzug allerdings an ihre Grenzen: In der Grundschule kommen auf eine Lehrperson durchschnittlich 89 SchülerInnen. Es sollen 19 neue Klassengebäude errichtet werden, um den SchülerInnen bessere Voraussetzungen zum Lernen zu ermöglichen. Weitere Desiderate sind der Ausbau der Sanitäranlagen sowie die Elektrifizierung der Schulklassen. Ein besonderes Anliegen ist dem JRS der Zugang zur Bildung für Kinder mit besonderen Bedürfnissen.

Höhere Bildung

Bildung ist eine Weise, das Camp über die Online-Universität von „Jesuit Worldwide Learning“ “virtuell” zu verlassen bzw. über seine Grenzen hinaus in die Welt zu schauen.

Das Angebot einer höheren Bildung leistet einen wesentlichen Beitrag zu einem funktionierenden internen Wirtschaftssystem im Camp und besseren Lebensbedingungen der BewohnerInnen. Es handelt sich dabei um Diplomprogramme und dreimonatige Kurse, die unmittelbar auf eine konkrete Verbesserung der Lebensumstände im Camp zielen (etwa Gartenbau, Landwirtschaft, Rechnungswesen, Pädagogik, Psychosoziales, IT, Programmieren, Sprachkurse, LehrerInnenfortbildung, …). Verschiedene Jesuiten-Universitäten (z. B. die Regis University in Denver, USA) finanzieren und entwickeln gemeinsam mit jungen Leuten in Dzaleka entsprechende Spezialprogramme.

Psychosozialer Dienst

Das psychosoziale Team des JRS in Dzaleka besteht aus dem Gemeinde-Team, dem „Respite-Care“-Team (für Menschen mit besonderen Bedürfnissen), dem Hort-Team und dem Schulteam. Alle Teams setzen sich wesentlich aus Freiwilligen des Camps zusammen.

Das Gemeinde-Team ist zuständig für Individual- und Gruppenberatung, Krisenintervention, die Betreuung von Selbsthilfegruppen (z. B. für junge Männer, Frauen mit einer frühen Schwangerschaft, Ältere, Albinos, …), die Stärkung des Vereinswesens im Camp sowie für Frauen in prekären Situationen.

Das „Respite-Care-Team“ sorgt für eine bestmögliche Betreuung der Kinder mit besonderen Bedürfnissen in der Tagesstätte. Gemeinsam mit freiwilligen Eltern besucht es regelmäßig Familien mit körperlich oder geistig beeinträchtigten Kindern. Es ermutigt die Eltern, mit ihren Kindern öfters zum „Respite-Care-Centre“ des JRS zu kommen, wo Eltern und Freiwillige täglich ein Spezialprogramm für die Kinder anbieten.

Die Kinder im Hort werden hauptsächlich von freiwilligen Müttern betreut, was besonders jungen Müttern zugutekommt, die sich z. B. in der Online-Universität fortbilden möchten.

Auch die Kinder in der Grund- und Mittelschule profitieren von den psychosozialen Diensten des Schulteams, das z. B. jenen nachgeht, die über einen längeren Zeitraum der Schule fern bleiben oder die Schule (z. B. durch eine frühe Schwangerschaft) abbrechen.

Pastorales Programm und Berufsausbildung

Brunnen in Dzaleka © Denis Bosnic
Häusergasse in Dzaleka © Denis Bosnic
Vater und Sohn aus Dzaleka © Denis Bosnic
Chormitglieder von St. Trinity
Mtendere Vorschule
Palmsonntag
Predigt von P. David
Elternverein für Kinder mit Diabetes
Frater Sebastian Ortner SJ während seines Einsatzes in Dzaleka
Berufsbildende Kurse für Frauen
JCHEM-Studentin © JRS I O Giulio D’Ercole
Tischler © JRS I O Giulio D’Ercole
Kinder beim Spielen © JRS I O Giulio D’Ercole
Kinder beim Spielen © JRS I O Giulio D’Ercole
Schüler © JRS I O Giulio D’Ercole

P. David Masikini SJ, ein Jesuit aus Sambia, ist der Kaplan im Camp und hält sonntags zwei bis drei Messen in der stets gut gefüllten Holzhüttenkirche. Die Gottesdienstbesucher stimmen in die schwungvollen Gesänge des Chores mit ein. JRS Österreich unterstützt dieses pastorale Programm in besonderer Weise.

Die Erwachsenenbildungs- sowie berufsbildenden Kurse (Friseur-Lehre, Tischlerei, Schneiderei, Mechanik, IT, …) sind äußerst begehrt. Das Hauptproblem besteht im stark eingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt außerhalb des Camps, was einer der vielen Faktoren ist, der zu den weit verbreiteten Missständen im Camp führt: Alkoholismus, Vergewaltigung, Diebstahl, Zwangsprostitution etc. Der JRS trägt durch ein breit angelegtes Ausbildungs-, psychosoziales und pastorales Programm ein beachtliches Stück zur Verbesserung ihrer Situation bei.

Flüchtlingscamp Dzaleka

Land:
Malawi

Partner:
JRS Malawi, Rufino Pinoy Seva

Zielgruppe:
BewohnerInnen des Flüchtlingslagers Dzaleka

Kontext:
Die Flüchtlinge kommen fast zur Gänze aus dem Kongo (DRC), Ruanda und Burundi, wo sie vor Gewalt und Krieg flüchten. Durch ein breit angelegtes Bildungsangebot, ein psychosoziales und pastorales Programm – unterstützt von der Jesuitenmission – werden bestmögliche Voraussetzungen für ein menschlicheres Leben im Camp geschaffen.

So können Sie helfen:

  • 40 Euro betragen die Kosten für ein Grundschul- und Mittelschulkind in einem Jahr
  • 50 Euro betragen die Kosten für eine/n Studierende/n bei Jesuit Worldwide Learning in einem Monat

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Lesen Sie über den siebenwöchigen Einsatz von Frater Sebastian Ortner SJ im Flüchtlingscamp Dzaleka.

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