Studieren im Flüchtlingslager

Weniger als ein Prozent aller Flüchtlinge haben Zugang zu Universitätsbildung. Dabei haben sehr viele das Talent und den Willen zu studieren. Jesuit Worldwide Learning (JWL), die jesuitische Initiative für Hochschulbildung an den Grenzen, bietet ihnen eine einzigartige Chance.

Studieren im Flüchtlingslager

Suad Sharif strahlt über das ganze Gesicht, als sie ihr Diplom aus der Hand der amerikanischen Universitätsrektorin entgegen nimmt. „Ich bin sehr, sehr glücklich! Auf diesen Tag habe ich die letzten drei Jahre gewartet.“ Die junge Sudanesin lebt seit über fünfzehn Jahren im Flüchtlingslager Kakuma in Kenia.

Jesuitische Online-Universität

Im Jahr 2010 hat der Flüchtlingsdienst der Jesuiten (JRS) hier ein neues Projekt gestartet: Eine Online-Universität für Flüchtlinge. Das heutige Jesuit Worldwide Learning. Die Idee dahinter ist folgende: Das Netzwerk amerikanischer Jesuitenuniversitäten und der Flüchtlingsdienst der Jesuiten arbeiten zusammen, um Flücht­lingen den Zugang zu Universitätsbildung zu verschaffen. Die Universitäten bringen das akademische Fachwissen mit und der Flüchtlingsdienst hat in den Lagern die Infrastruktur und die Mitarbeiter, um die Teilnehmer zu begleiten. Über Internet, E-Mail, Skype und Online-Plattformen kommen beide Gruppen zusammen: Professoren und Tutoren in den USA auf der einen Seite und Studierende wie Suad Sharif im Flüchtlingslager Kakuma auf der anderen Seite.

Sackgasse Flüchtlingslager

Eigentlich sollten Flüchtlingslager vorübergehende Notunterkünfte sein. Viele sind jedoch zu dauerhaften Bleiben geworden, in denen Flüchtlinge 15 bis 20 Jahre ihres Lebens verbringen. „Es verändert sich etwas, wenn du studieren kannst“, sagt Suad Sharif. „Ohne Bildung wird sich die Welt nicht ändern.“ 26 junge Frauen und Männer gehören zum ersten Jahrgang der Oniline-Universität in Kakuma, die ihr dreijähriges Studium erfolg­reich abgeschlossen haben. Die Motivation und das Durchhalte­vermögen der Studenten im Flüch­tlings­lager sind beeindruckend. Gleichzeitig mit Kakuma ist das Universitäts­programm im Flücht­lings­lager Dzaleka in Malawi gestartet und in Aleppo in Syrien, von wo es mittlerweile jedoch ins jordanische Amman verlegt wurde. Über 200 Studenten sind in Kenia, Malawi und Jordanien im Diplom­programm eingeschrieben und mehr als 350 haben die dreimonatigen Zertifikatskurse abgeschlossen. Das Projekt verfolgt drei Ziele: Das Leben und die Chancen im Flüchtlingslager zu verbessern, Rückkehrer für den Wiederaufbau der Heimat auszubilden und Flüchtlingen, die in ein Drittland umsiedeln, dort den Start zu erleichtern.

Ein Traum mit Potenzial

Neben Kenia, Malawi und Jordanien wird das Projekt gerade auf Flüchtlingslager im Tschad und in Thailand nahe der Grenze zu Myanmar sowie auf Afghanistan ausgeweitet. An allen Orten arbeitet der JRS seit langem mit Flüchtlingen und Rückkehrern. Für Pater Peter Balleis ist die Marschrichtung klar: „Bis 2018 wollen wir mit JWL in zehn Ländern arbeiten. Das Ganze hat viel Potenzial und kann auch über Flüchtlinge hinaus ausgeweitet werden. Vielleicht schaffen wir eine globale Online-Universität für die Armen. Wir bieten etwas für die, die am Rande leben. Wir wollen Ausgrenzung und Grenzen überwinden. Das ist unser Traum.“

Projekt Studium für Flüchtlinge

Länder:
Kenia, Malawi, Jordanien, Afghanistan, Irak, Myanmar, Sri Lanka

Partner:
P. Peter Balleis SJ, Internationaler Direktor von Jesuit Worldwide Learning (JWL)

Kontext:
Bildungschancen für junge Menschen am Rande der Gesellschaft, um bereits jetzt in den Flüchtlings­lagern in die Zukunft der kriegszerstörten Länder zu investieren

So können Sie helfen:

  • 145 Euro kostet ein Studienplatz pro Student und Monat. Darin enthalten sind die Kosten für Solar­energie, Computerplätze, Kurse vor Ort und die akademische Begleitung durch die beteiligten Jesuitenuniversitäten.

Weitere Informationen:

Ihre Spende hilft

  • MENSCHEN FÜR ANDERE
  • Verwendungszweck:
  • Jesuit Worldwide Learning
  • Bank: Erste Bank
  • IBAN: AT94 2011 1822 5344 0000
  • BIC: GIBAATWWXXX

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Ihre Spende ist gemäß § 4a Abs 2 Z3 lit a bis c EStG steuerlich absetzbar. ZVR Zahl 530615772 / SO 1345

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