„Kirche unter Beschuss“

Eine im Mai 2021 zerstörte Kirche in Myanmar (Foto: Vatican News).

Vier Monate nach dem Militärputsch sind in ganz Myanmar Tausende Menschen auf der Flucht vor bewaffneten Angriffen und wahllosen Verhaftungen. Auch kirchliche Einrichtungen und Gemeindemitglieder sind in einigen Landesteilen im Visier. Unterstützung für  zivilgesellschaftliche Einrichtungen wie das Bildungsnetzwerk der Jesuiten ist jetzt wichtiger denn je.

In den Staaten Kayah und Chin droht eine humanitäre Krise. Das jesuitische America Magazine zitiert einen Gemeindevorsteher aus Loikaw, Hauptstadt des Kayah-Staats im Osten von Myanmar, der aus Angst vor Repressalien anonym bleiben möchte: „Die Militärs sehen die Zivilisten als ihre Feinde an. Niemand ist vor ihren Angriffen sicher. Jeden, der ihnen verdächtig vorkommt, jeden, von dem sie glauben, dass er gegen sie ist, nehmen sie fest, foltern ihn, und einige werden sogar erschossen. Das passiert hier jeden Tag, deshalb verstecken sich die Leute.“ Trotz des Leids erwarte er aber, dass der Widerstand weitergehen werde: „Die Menschen hier hassen die Diktatur, sie wollen Demokratie, Frieden und Gerechtigkeit. Sie wollen Rechtsstaatlichkeit, Menschenwürde und Religionsfreiheit. Besonders die junge Generation.“

Angriffe auf Zivilisten und Gotteshäuser

Nach den Angriffen auf Kirchen in Kachin im Norden des Landes attackierte das Militär auch Gotteshäuser in der Diözese Loikaw mit Drohnen- und Luftangriffen, Mörser- und Kleinwaffenfeuer. Der Gemeindevorsteher berichtet, dass zahlreiche Zivilisten getötet wurden, und Tausende in die nahe gelegenen Wälder und Berge vertrieben wurden. “Die Kirche ist unter Beschuss" in Kayah, sagte er, und meint damit sowohl Gebäude wie auch Gemeindemitglieder.

Vier Kirchen sind seit Mitte Mai unter schweren Waffenbeschuss geraten. Jetzt sind die meisten kirchlichen Strukturen lahmgelegt, viele Pfarreien „völlig verlassen.“ Selbst nach der Flucht in die Wälder sind die Binnenflüchtlinge – unter ihnen viele Frauen und Kinder – „nicht sicher.“ Es sei schwierig geworden, die Menschen mit dem Nötigsten zu versorgen, die in den Wäldern behelfsmäßige Lager errichteten Versuche, Lebensmittel, Medikamente und sauberes Wasser zu liefern, wurden durch die schlechte Infrastruktur, den Beginn der Regenzeit und durch neue Angriffe des Militärs erschwert. Zehn Dörfer und Pfarreien in der Diözese sind von allen Bewohnern geräumt worden, und in vier weiteren Pfarreien sind nur noch die Pfarrer übrig.

Humanitäre Notlage in mehreren Bundesstaaten

Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, schätzt, dass im östlichen Kayah State knapp 110.000 Menschen vertrieben wurden warnte am 11. Juni vor einer humanitären Notlage, wenn die Kämpfe nicht sofort eingestellt werden. Aber das Gegenteil scheint nach UN-Angaben im Kayah State im Osten und im Chin State im Westen des Landes der Fall zu sein: "Bewaffnete Konflikte und andere Gewalttätigkeiten nehmen zu, wobei die Gewalt in Gebieten mit bedeutenden ethnischen und religiösen Minderheitengruppen besonders intensiv ist.“

Unterstützung für jesuitische Bildungseinrichtungen

Bildungsangebote und Sozialarbeit geben Jugendlichen aus den Slums von Yangon und anderer Städte Hoffnung und Zukunft. Viele von ihnen gehören ethnischen Minderheiten an und sind stark benachteiligt. Nach dem Putsch ist die Unterstützung für die Community Colleges wichtiger ist denn je. 42 Euro kostet es, einem Jugendlichen für einen Monat die Ausbildung in einer der Einrichtungen zu ermöglichen.

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