JRS Jesuitenflüchtlingsdienst – Treffen in Budapest

Tamás Forrai SJ aus Ungarn, Frido Pflüger SJ aus Deutschland und Hans Tschiggerl SJ aus Österreich haben sich in Budapest zur Koordinierung der JRS Aktivitäten in der Region getroffen. Wichtig war beim Treffen der Austausch über die Aktivitäten in Deutschland, Ungarn und Österreich.

In Budapest wurde 2015 ein Büro mit drei Mitarbeiterinnen eingerichtet, die in der direkten Begleitung von Flüchtlingsfamilien in Budapest stehen. Sprachkurse werden gegeben. Die Integration von Flüchtlingskindern in staatliche und private Schulen wird gefördert. Besonders beeindruckend ist ein Lehrbuch, das der JRS in Ungarn anbietet, um in Schulklassen das Thema Integration und Vielfalt der Kulturen zu bearbeiten.

Aus Deutschland berichtete Frido Pflüger SJ von vielen Interventionen in der deutschen Gesetzgebung. Der Jesuitenflüchtlingsdienst (JRS) hat die Asylvorschriften der letzten Monate in Deutschland scharf kritisiert. Sie behinderten das Engagement von Hunderttausenden von Helfern, die für die Integration von Flüchtlingen kämpften. Frido Pflüger SJ wies darauf hin, dass dies für viele der syrischen Flüchtlinge besonders tödlich sei. „Das ist eine Tragödie für die betroffenen Familien, drängt Menschen in die Arme von Schmugglern und schadet der Integration.“

Br. Dieter Müller SJ, JRS-Flüchtlingsexperte aus München, bietet soziale Flüchtlingsberatung in einer örtlichen Unterkunft von 180 Asylbewerbern in den Außenbezirken von München an. Die Münchner Schule für Philosophie begleitet das Projekt freiwillig und wissenschaftlich. Nach Angaben von Dieter Müller unterstützt der JRS auch rund 90 Flüchtlinge, die sich in Bayern im sogenannten Kirchenasyl befinden und Seelsorge für Abschiebehäftlinge bereitstellen.

Der JRS unterstützt auch syrische Flüchtlinge während der Gedenkspaziergänge für Fr. Frans van der Lugt SJ, der im Jahr 2014 in der Stadt Homs ermordet wurde. Diese Spaziergänge hatten dieses Jahr insgesamt 300 Teilnehmer in Berlin und Dresden.

In Österreich begleitet der JRS die Gemeinschaft im Haus für Asylwerber in Herzogenburg. Seit Dezember 2017 betreibt nun die Caritas das Haus. Seither leben dort zwei Gruppen von unbegleiteten minderjährigen Asylwerbern. Der JRS begleitet sie mit vertiefenden Sprachkursen.

Der JRS arbeitet eng mit dem Kardinal König Haus zusammen. Hier konnten zwei Gruppen zur Deutschprüfung (A2 ÖSD) geführt werden. Begleitend zum professionellen Deutschunterricht gab es nachmittags das Lerncafé zu dem viele Freiwillige kamen.

Im Kardinal König Haus ist mit Dr. Leila Hadj Abdou eine Integrationsbeauftragte für eine intensive Begleitung des Kursprogramms für Menschen auf der Flucht tätig: Sie wird den „Kompaktlehrgang Flüchtlingsbetreuung“ auch 2017 anbieten. Schon 2016 wurden in drei Kursen viele Mitarbeiter/innen im Flüchtlingsbereich durch diesen Kurs besser für ihre Arbeit vorbereitet. Symposien und Fachtagungen sollen in den kommenden Jahren die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema unterstützen.

Ein besonderes Angebot ist ein Theaterstück mit jungen Männern auf der Flucht aus Afghanistan: Vom Wind, dem Sand und den Sternen. Der JRS Ungarn möchte das Theaterstück gerne in Budapest aufführen.

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