jesuit volunteers- revisited

Diesen Sommer waren Evelin, Katharina und Teresa, drei ehemalige Jesuit Volunteers, erneut im Einsatz – für zwei Monate lebten sie in der Diözese Bac Ninh in Vietnam und unterrichteten dort Priester in Ausbildung in Englisch, um ihnen internationalen Austausch und interreligiösen Dialog zu erleichtern.

„Die junge Geschichte Vietnams ist von einem gewaltvollen Krieg gezeichnet, in dem auch die Kirche eine große Rolle spielte. Während unseres zweimonatigen Aufenthalts in der Bac Ninh Province erzählte uns Bischof und Jesuit Cosma Hoang Van Dat von den Nachwehen des 1975 beendeten Krieges und über die Situation der katholischen Kirche, in die wir einen winzigen Einblick erringen konnten. Seit der Wiedervereinigung bestehen Schwierigkeiten, Schulen und Projekte zu initiieren oder Land zu erwerben, teilten uns auch einige dort lebende Fathers mit. Der Krieg wütete auf vielen Seiten. Für uns Außenstehende ist es im Nachhinein einfach, Partei für eine Seite zu ergreifen, vor allem wenn wir uns dieser Seite nahe fühlen. Doch der Krieg wurde von vielen verschiedenen Perspektiven und von den Belangen der Weltmächte genährt.

Durch das Zusammenleben mit 23 Priesterseminaristen in der Diözese Bac Ninh konnten wir, wenn auch nur kleine, Vorstellungen in das Leben und in die Ausbildung der angehenden Priester gewinnen und von dem gegenseitigen Austausch lernen. Die ersten Wochen verbrachten wir direkt im Bischofssitz in Bac Ninh, einer Stadt unweit von Hanoi, bevor wir für die restliche Zeit nach Xuan Hoa umsiedelten, einem Dorf etwa 7 km außerhalb Bac Ninhs. Dort lebten wir zusammen mit 27 Preseminarists, die vier Jahre lang in Xuan Hoa auf den Eintritt ins achtjährige Priesterseminar vorbereitet werden. 

Englische Grammatik und (trotzdem) viel Spass

Wir drei Volunteers durften für kurze Zeit das Leben vor Ort kennenlernen und Englisch unterrichten. Dabei sei gesagt, dass die Grammatik unserer Schüler in einigen Fällen besser war, als unsere eigene, und der Fokus unseres Aufenthaltes auf englischer Kommunikation für den interreligiösen Dialog und Austausch lag. Durch Gespräche, während des Englisch-Unterrichts und vor allem durch das Zusammenleben während des restlichen Tages, wie dem gemeinsamen Essen, der Hausarbeit, dem gemeinsamen Sport und vielem mehr konnten wir viel von- und miteinander lernen. Vor allem aber haben wir eins: miteinander gelacht. Es war wunderschön, zu sehen, wie gastfreundlich wir aufgenommen und akzeptiert wurden.

An den Wochenenden wurden wir von den Familien unserer Schüler zu Tee, Obst und sogar Mittagessen und Feiern eingeladen. Ausserdem besuchten wir verschiedene Pfarrkirchen und lernten die Arbeit der Kirche im Norden des Landes kennen. Dazu zählten auch die Besuche in einem Lepra-Dorf, einem Waisenhaus und in einem Haus, in dem Mütter, die ungewollt schwanger wurden, ihre Kinder sicher zur Welt bringen können und sie in sicheren Händen wissen. Manche der Frauen sind aufgrund verschiedenster Umstände nicht in der Lage, mit ihren Kindern beisammen zu bleiben. Die dort lebenden Schwestern tun ihr Bestes, um für die Kleinen zu sorgen. 

Oft entpuppt es sich als schwierige Angelegenheit, das Erlebte getreu wiederzugeben und dem Land und seinen Menschen in Worten gerecht zu werden. Zwei Monate reichen, um die Oberfläche kennenzulernen, Freundschaften zu schließen und einen Einblick in andere Lebensrealitäten zu bekommen. Zwei Monate sind jedoch nicht genug, um verstehen zu lernen, wie die Geschichte dieses wunderschönen Landes seine Menschen bewegt.
Wir sind sehr dankbar, dass wir in dieser kurzen Zeit die Chance bekommen haben, zwei verschiedene Orte des Landes und die Menschen, die dort leben, näher kennenzulernen. Das gegenseitige Voneinander-Lernen hat merkenswerte Spuren hinterlassen. Und obwohl es nur zwei Monate waren, sind sehr viele schöne Erlebnisse passiert, die uns vieles über Vietnam gelehrt haben.“

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