Hoffen auf bessere Beziehungen zwischen China-Vatikan

Salzburg, 09.06.2017 (KAP) Vorsichtig optimistisch, dass sich die Beziehungen zwischen dem Vatikan und China demnächst wieder verbessern könnten, hat sich P. Hans Tschiggerl, Leiter der Jesuitenmission in Wien, gegenüber der Kooperationsredaktion der heimischen Kirchenzeitungen gezeigt. Die Ernennung von Bischöfen ist seit langem zentraler Streitpunkt zwischen dem Vatikan und dem chinesischen Staat. Derzeit laufen Gespräche zwischen dem Heiligen Stuhl und Peking, doch ob es tatsächlich zu einer Einigung kommen wird, ist offen. Es gebe allerdings Hoffnung, so Tschiggerl: „Die Verhandlungen werden sehr diskret geführt, aber man hofft auf Diplomatie von beiden Seiten. In Diskussionen mit Priestern vor Ort höre ich immer wieder, dass die Entwicklungen positiv gesehen werden.“

Auch der Jesuitenprovinzial von China, John Lee Hua, sei zuversichtlich, „dass die Frage der Bischofsernennungen bald geklärt ist“, berichtete Tschiggerl, der regelmäßig in China unterwegs ist und gute Kontakte zu den Jesuiten vor Ort pflegt.

Der Vatikan beansprucht das Recht, Bischöfe frei zu bestimmen. China lehnt dies als Einmischung in innere Angelegenheiten ab. Die Regierung besteht auf einer umfassenden Kontrolle über die katholische Kirche. Nach längerer Unterbrechung wurden chinesische Bischöfe seit 2007 in der Regel in Abstimmung zwischen Vatikan und Regierungsbehörden geweiht. Seit 2011 kehrte Peking immer wieder zur alten Praxis zurück und ordinierte Bischöfe ohne römische Genehmigung.

Der Vatikan und China unterhalten seit 1951 keine offiziellen Beziehungen mehr. Die Katholiken in China sind seit den 1950er Jahren in zwei Gruppen gespalten, die regimetreue „Patriotische Vereinigung“ und die romtreue Untergrundkirche. Letztere ist staatlichen Repressalien ausgesetzt; mehrere Bischöfe und Priester sitzen in Haft.

Die Spaltung der Katholiken werde langsam überwunden, so P. Tschiggerl: „Die Leute vor Ort sagen, es ist besser, von der einen katholischen Kirche zu sprechen.“ Versöhnungsprozesse unter den Katholiken würden stattfinden und trotz aller Schwierigkeiten würden die katholische Kirche und das Christentum ganz generell in China wachsen. Nach inoffiziellen Angaben leben unter den rund 1,3 Milliarden Einwohnern Chinas bis zu 13 Millionen Katholiken und insgesamt 50 Millionen Christen.

Ordensfrauen und -männer, die von auswärts kommen, könnten in China in der Lehre oder in der Sozialarbeit tätig sein, wenn sie sich den landesweiten Vorschriften und Regierungsrichtlinien anpassen, erläuterte P. Tschiggerl: „NGOs und Institutionen gegenüber, die helfen und unterstützen, ist der Staat offen. Die Sozialeinrichtungen der Jesuiten beispielsweise, die zuerst Lepradörfer waren, haben sich zu Sozialzentren entwickelt.“

Der Tiroler Jesuit Luis Gutheiz etwa lebe seit mehr als 50 Jahren in China und Taiwan im Dienst für die Leprakranken. Im Zentrum „Casa Ricci Social Service“ (CRSS) der Jesuiten, das vor 30 Jahren gegründet wurde, werden kranke und sozial benachteiligte Menschen betreut. Insgesamt leitet CRSS 50 Programme in 13 chinesischen Provinzen, darunter 64 Leprastationen und fünf Aidszentren.

Jesuiten, die als Sozialethiker tätig sind, würden auch in Betriebe eingeladen. Das werde von staatlicher Seite toleriert, aber auch genau beobachtet, ob Kritik gegenüber dem Staat geübt wird, so Tschiggerl. In China sind 170 Jesuiten aus 30 verschiedenen Ländern weltweit im Einsatz. Sie arbeiten auf dem Festland China, in Macao, Taiwan und Hongkong.

Quelle: kathpress – Katholische Presseagentur Österreich

P. Luis Gutheinz SJ, Leben mitten im Lepradorf

Leben mit den Menschen auf der Leprainsel Taikam

Priesterweihe

Eucharistische Prozession in Beijing

HIV betroffene Kinder in einem Casa Ricci Zentrum

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