Impfpatente freigeben: Hört auf die Experten, nicht die Lobbyisten!

F: WHO

Globaler Gesundheitsnotstand: 243 zivilgesellschaftliche Organisationen aus aller Welt, darunter jesuitenweltweit und andere Mitglieder des Xavier Netzwerks, wenden sich mit einem Offenen Brief an Ngozi Okonjo-Iweala, Generaldirektorin der Welthandelsorganisation. Sie appellieren nachdrücklich, die Patente für Corona-Impfstoffe aufzuheben.

Bereits im Oktober 2020 schlugen die Regierungen von Indien und Südafrika vor, die Patentrechte für Corona-Impfstoffe vorübergehend auszusetzen. Dies würde, zusammen mit technischer und finanzieller Unterstützung beim Umbau vorhandener Produktionslinien etwa in Indien, die globale Produktionskapazität von Impfstoffen verbilligen und zugleich gewaltig steigern. Dieser Vorschlag wird inzwischen von über 100 Staaten unterstützt, aber von der Pharmaindustrie und den Ländern, in denen ihre Hauptquartiere sind, blockiert.

Es steht zuviel auf dem Spiel!

Gemeinsam mit den mitunterzeichnenden Organisationen appellieren wir eindringlich an die Regierungschefs insbesondere der EU, die Barrieren für die Entwicklung, Produktion und Zulassung von medizinischen Technologien, die für die Prävention, Eindämmung und Behandlung der COVID-19-Pandemie notwendig sind, zu beseitigen, damit mehr Hersteller eigenständig zur globalen Versorgung beitragen können.

Wenn in Deutschland binnen weniger Wochen der Umbau einer Fabrik für die Produktion von BionTech/Pfizer-Impfstoff gelungen ist: Warum soll dies nicht bei Produktionsstätten im globalen Süden gelingen? Die Weltgesundheit darf nicht von den kommerziellen Vorrechten und Exklusivrechten pharmazeutischer Unternehmen abhängen: Es steht einfach zu viel auf dem Spiel!

Jörg Alt SJ: Werdet euch der Verantwortung bewusst!

Für jesuitenweltweit erklärt Dr. Jörg Alt SJ: „Die Welt befindet sich in einem globalen Gesundheitsnotstand, ganze Volkswirtschaften und die Lebensgrundlagen von Milliarden Menschen weltweit sind in einer katastrophalen Situation. Die meisten Pharmaunternehmen haben von öffentlichen Geldern profitiert, die in Forschung, Entwicklung und Studien investiert und für die Beschaffung ausgegeben wurden. Und doch verteidigen diese Firmen ihre Profiterwartungen gegenüber dem Gemeinwohl: So erwarten Pfizer und Moderna einen Profit zwischen 15 und 30 Milliarden Dollar als Einnahmen aus den Corona-Impfstoffen. Es ist an der Zeit, dass die Regierungen ihre zentrale und kollektive Verantwortung erkennen, im besten Interesse aller Menschen zusammenzuarbeiten und Monopole Intellektuellen Eigentums auf lebenswichtige Technologien konkret angehen! Hört auf die Experten, nicht die Lobbyisten!“

Der offene Brief als pdf (engl.)


Online-Petition gegen die Blockade

jesuitenweltweit und das Missionsärztliche Institut, Katholische Fachstelle für internationale Gesundheit, fordern in einem gemeinsamen Offenen Brief Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundeskanzler Sebastian Kurz auf, bei den Verhandlungen der WTO-TRIPS (Trade-Related Aspects of Intellectual Property Rights) dem Vorschlag von Indien und Südafrika zuzustimmen.

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