Bildungsoffensive für Ende der Korruption im Kongo nötig

Wien, 03.07.2017 (KAP) Korruption und Misswirtschaft haben den zweitgrößten Staat Afrikas, die Demokratische Republik Kongo, zu einem armen Land gemacht – obwohl er über den größten Vorrat an natürlichen Ressourcen am ganzen Kontinent verfügt: Das hat der Jesuit Ferdinand Muhigirwa am Montag bei einem Wien-Besuch auf Einladung der österreichischen Provinz seines Ordens dargelegt. Bildung und Hilfe zur Selbsthilfe seien im Kongo die beiden bestimmenden Faktoren für Entwicklung, erklärte der Professor für Philosophie an der Loyola University in Kinshasa mit den Arbeitsschwerpunkten Sozialphilosophie und Korruptionsforschung.

Bildung sei das beste Mittel gegen die grassierende Korruption, müsse jedoch auf allen Ebenen von der Grundschule bis zur Universität forciert werden, so der Experte, der sich für das pädagogische Modell der „Staatsbürgerlichen Erziehung“ aussprach: Es zielt darauf ab, politisches und soziales Verständnis zu fördern und demokratische Prinzipien zu verinnerlichen. Würde es auf breiter Ebene umgesetzt, könne Korruption binnen zehn Jahren als Teil der Normalität aus den Köpfen der Kongolesen verbannt werden, so Muhigirwas Einschätzung. Die katholische Kirche habe dieses Modell in ihren Schulen bereits übernommen.

Der Kongo brauche für eine Weiterentwicklung keine „Almosen“ aus Europa oder Nordamerika, sondern vor allem Know-how und Technik zur Bewirtschaftung seines reichen Bodens, sagte der Jesuit. Hilfe „von außen“ müsse daher Hilfe zur Selbsthilfe sein. „Es ist wie im Sprichwort: Gib einem Hungernden einen Fisch, und er wird einmal satt. Lehre ihn fischen, und er wird nie wieder hungern.“

Dieser Gedanken finde sich auch in der Papst-Enzyklika „Laudato si'“ wieder, die Muhigirwa aus mehreren Gründen als herausragendes Dokument bezeichnete: Der Zusammenhang zwischen humanitärer Entwicklung und ökologischer Nachhaltigkeit sei hier vorbildhaft zum Ausdruck gebracht worden. „Wir sitzen alle im selben Boot. Entweder wir retten einander, oder wir gehen alle gemeinsam unter“, so laut dem Ordensmann die Grundbotschaft. Er empfehle vor allem afrikanischen Theologen, sich unter diesem Gesichtspunkt intensiv mit der Enzyklika auseinanderzusetzen und den Text auch in der Seelsorge einzusetzen. Der „Reichtum“ des Schreibens sei „noch nicht ausreichend ausgeschöpft“, so Muhigirwa.

Etwa 70 Prozent der Kongolesen gehören einem christlichen Bekenntnis an: 50 Prozent sind Katholiken, weitere 20 Prozent sind protestantisch. Je zehn Prozent bezeichnen sich als Anhänger von indigenen Religionen, Muslimen und Wunderheilern.

www.kathpress.at

P. Hans Taschiggerl SJ und P. Ferdinand Muhigirwa SJ

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