Begegnung von Mensch zu Mensch

Eine Begegnung von Mensch zu Mensch, mit liebevollem Blick. Für mich ist das ein magischer Moment, ein Bruchteil der Ewigkeit, wo nichts zählt, als die Zuneigung und Liebe zum Nächsten. Timisoara ist ein Ort, der gezeichnet ist von solchen Begegnungen. Die Salvatorianer, einige andere kirchliche Orden und Institutionen, die Caritas und viele herausragende Persönlichkeiten bauen die Brücken vom ICH zum DU in einem Meer voller Inseln und auf einem Land voller tiefer Schluchten. Viele Existenzen in Rumänien balancieren auf einem dünnen Seil in schwindelerregenden Höhen ohne Sicherung. Die Menschen besitzen oft nicht mehr, als ihren zähen Willen, diesem Leben die Stirn zu bieten. Unsere Jesuit Volunteers Ida, Elena und Johanna dürfen dieses Jahr vielen dieser Menschen begegnen, ihnen ihre Zeit schenken und in ihre Kultur eintauchen.

Bei meinem Projektbesuch in Timisoara war es sehr spannend zu sehen, welche anfänglichen Erwartungen der Freiwilligen Realität geworden sind und wo sie von den Lebens- und Arbeitsbedingungen überrascht wurden, sich anpassen und umstellen mussten.

Ida hat im Hospiz ihren Platz gefunden und erlebt dort, dass das Ende eines Lebens nicht immer eine Tragödie ist, sondern für manche Menschen Erleichterung und Hoffnung auf etwas Neues bringt. Ihre praktische Ader schätzen die dort arbeitenden Franziskaner Schwestern sehr und danken es ihr mit viel Herzlichkeit.

Elena merkt gerade welche Schlüsselfunktion die rumänische Sprache für sie in dem Jahr hat. Nicht nur in der Arbeit, wo sie Roma/Chipsy-Kinder in einer Tagesstätte mitbetreut, freuen sich die Menschen über Elena’s Interesse an ihrer Sprache und Kultur.

Johanna arbeitet in einer Tagesstätte für behinderte Kinder und Jugendliche. Täglich erfährt sie dort, dass Zuneigung, Aufmerksamkeit und vor allem Zeit einigen Menschen noch mehr bedeuten, als wir es uns vorstellen.

Natürlich tauchen täglich auch außerhalb ihrer Projekte Herausforderungen auf, die überwunden werden wollen. Nicht immer ist es einfach, sich über das andere Zeitverständnis der Rumänen nicht aufzuregen. Oder zu sehen, wie viele Menschen in dieser Jahreszeit draußen in der Kälte ihr Dasein fristen müssen und nichts dagegen tun zu können, ist nicht leicht. Auch die Sehnsucht nach echten, engen Freundschaften kommt hin und wieder auf. Wenn man selbst in der Position der Ausländerin ist, kann man sich sehr gut vorstellen, wie es den vielen Menschen geht, die im Moment in Österreich oder Deutschland um Asyl bitten und sich nach wahren Freunden sehnen.

Eine Oase in Timisoara ist das Salvatorianer Kloster. Dort finden auch unsere drei JV’s immer ein offenes Ohr oder leckeres Essen. Die Gemeinschaft dort ist wie eine große Familie und zieht Gäste, Freunde und Verwandte aus allen Himmelsrichtungen an.

Ich habe den Geist und die Lebendigkeit, die das Kloster ausstrahlt in diesen drei Tagen meines Projektbesuches gespürt. Es ist ein sehr inspirierender Ort, nicht nur für Besucher, sondern ganz besonders auch für unsere Freiwilligen.

Ann-Kathrin Ott
Jesuit Volunteers

Johanna, Ida und Elena in Timisoara, Rumänien

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