Sonidos de la Tierra

Das Projekt "Klänge der Erde" ist mehr als Zeitvertreib. Musik vermag viel mehr. Sie befähigt junge Menschen, sich selbst zu entwickeln. Sie verbindet über räumliche, soziale und zeitliche Schranken hinweg. – Erleben Sie mit Maestro Luis Szarán und seinem Jugendorchester die faszinierende Verbindung von euopäischem Barock mit indianischer Musikalität.

Herzlich laden wir Sie zu unserem Konzerten im Sommer 2017 mit Luis Szarán und einer Gruppe von 21 jungen Musikerinnen und Musikern aus Paraguay ein! Der Eintritt zu allen Konzerten ist frei. Wir freuen uns aber natürlich, wenn Sie das Projekt mit Ihrer Spende unterstützen.

Termine und Orte

  • Dienstag, 27. Juni 2017, 20.30 Uhr Konzert in Terenten
    Vereinshaus, St. Georgs-Straße 1, 39030 Terenten

  • Mittwoch, 28. Juni 2017, 20 Uhr Konzert in Schluderns
    Kulturhaus, Schulgasse 11, 39020 Schluderns

  • Donnerstag, 29. Juni 2017, 19 Uhr Konzert in Innsbruck
    Canisianum, Tschurtschenthalerstraße 7, 6020 Innsbruck

  • Samstag, 8. Juli 2017, 18 Uhr Konzert in Budapest
    Jesuitenkirche, Mária utca 25, Budapest


Luis Szarán über das Programm

Vor 250 Jahren wurden die Jesuiten aus den damaligen Kolonialgebieten in Südamerika vertrieben. Die Jesuitenreduktionen [Siedlungen für die indigenen Ureinwohner] haben die soziale Struktur der Bevölkerung geprägt und Fußspuren hinterlassen, die noch heute im Leben der Einheimischen fortwirken.

Die Musik erlebt in den Reduktionen ein glanzvolles Jahrhundert der Blüte mit Orchestern und Chören von Einheimischen, die von Jesuiten unterrichtet wurden. Sie weckt die Bewunderung von Reisenden und Chronisten. Vor allem die Integration der Sprache des musikalischen Barock lebt noch heute in den Liedern der Volksfrömmigkeit und Folklore der ganzen Region. Die harmonischen Wendungen, Melodien und Formen leiten sich aus dieser Zeit her und präsentieren sich mit ihrem eigenen Gesicht. Dank der Entdeckung von Tausenden originalen Partituren aus der Zeit der Reduktionen durch den Architekten Hans Roth in den 1980er Jahren können wir seit einigen Jahrzehnten die Größe und den musikalischen Glanz dieser Epoche verstehen. Einer ihrer Protagonisten ist der große italienische Organist Domenico Zipoli, von dem viele Kompositionen erhalten sind. Messen, Motetten, Hymnen und Instrumentalstücke legen Zeugnis ab für das musikalische Niveau.

Ein besonderes Juwel im ersten Teil des Programms ist das älteste Stück Ara vale hava in der sich die indigene Sprache Guaraní mit europäischer Musik verbindet. Entdeckt wurde es vom Musikwissenschaftler Piotr Nawrot in Bucheinbänden, für die historische Partituren umfunktioniert wurden. Den Kontrapunkt im ersten Teil bildet das aufwendige Salve Regina aus dem 18. Jahrhundert, eine meisterhafte Kreation des Schweizer Jesuiten, Architekten und Musikers Martin Schmid. Die Noten wurden erst vor Kurzem wiederentdeckt und die Partitur rekonstruiert.

Der zweite Teil mit den jungen musikalischen Talenten des Projekts Sonidos de la Tierra bietet eine Reihe von Arbeiten, die das sogenannte kulturelle Erbe der Jesuitenreduktionen markieren und zeigen. Dazu gehören mit Canto de Estacioneros Lieder aus der Liturgie der Osterwoche, die bis heute gesungen werden, und die Guaraní-Messe. Aber auch neuere Folklore mit Texten in Guaraní, einer Sprache, die 90 % der Paraguayer sprechen, obwohl nur 2 % der Bevölkerung indigenen Gruppen angehören. In der Zeit der Reduktionen quasi die Amtssprache ist die Verwendung von Guaraní für die tägliche Kommunikation noch heute populär. Ebenso die Verwendung der Paraguayharfe, die ursprünglich vom Missionar Anton Sepp eingeführt wurde, um fehlende Orgeln in den Kirchen zu ersetzen. Die indigene Bevölkerung eignete sich das Instrument an und heute ist es geradezu ein Symbol der Identität von Paraguay. Andere Vokal- und Instrumentalstücke weisen zurück in die außergewöhnliche Geschichte der Reduktionen und erzählen uns von sozialer Erfahrung, Politik und Utopien, und das größte menschliche Abenteuer: die internationale Zusammenarbeit für den Frieden.

Das Konzertprogramm


Erster Teil

LA VOZ DE DIOS EN LAS SELVAS DEL PARAGUAY
Die Stimme Gottes im Dschungel von Paraguay

  • Barocco Guarani, Domenico Zipoli (1688-1726)
  • Ara vale hava pehenduava, Anonimo (Siglo XVII)
  • Ave Maria, Martin Schmid (1694-1772)
  • La Misión de Chiquitos, Martin Schmid
  • Si bona Suscepimus, Martin Schmid
  • Magnificat, Martin Schmid
  • Pastoreta ichepe flauta, Anonimo
  • Jesu Corona Virginum, Anonimo
  • Minuetto (2 Violinen), Julian Atirahu (Siglo XVIII)
  • Laudate Pueri Dominum, Anonimo
  • Salve Regina, Anonimo

Zweiter Teil

HERENCIA MUSICAL DE LAS REDUCCIONES JESUITICAS
Das musikalische Erbe der Jesuiten-Reduktionen

  • Senora Santa María (Canto de Estacioneros), Anonimo
  • Misa Guaraní, Abdón y Casimiro Irala
    Ore Poriahuverekomi (Kyrie)
    Rogueropayva (Halleluja)
    Puraheipope (Gloria)
  • El Pájaro Campana, Félix Pérez Cardozo
  • Carreta Guy, José del Rosario Diarte
  • Kilómetro 11, Transito Cocomarola
  • Malvita, Herminio Giménez
  • Chokokue kera yvoty (Der Traum von Labriego), Mauricio Cardozo Ocampo

Eintritt frei – um eine Spende wird gebeten!

MENSCHEN FÜR ANDERE
IBAN: AT94 2011 182253440000
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck:
Sonidos de la Tierra

Bitte geben Sie das Projekt an, das Sie unterstützen.

Ihre Spende ist gemäß § 4a Abs 2 Z3 lit a bis c EStG steuerlich absetzbar. ZVR-Zahl 530615772 / SO 1345

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Dirigent Luis Szarán