KATC: Öko-Landbau als Alternative

Das Kasisi Agricultural Training Centre (KATC) in der Nähe von Lusaka ist ein Zentrum der Jesuiten in Sambia zur Förderung der ökologisch-nachhaltigen Landwirtschaft durch Modellprojekte und entsprechendes Training von Bauern

Landwirtschaftliche Ausbildung in Sambia

Das landwirtschaftliche Ausbildungszentrum Kasisi wurde 1974 von den Jesuiten in Sambia gegründet und arbeitet heute mit ökologischem Fokus. Seit August ist Claus Recktenwald SJ Direktor des Zentrums. Ein zentrales Anliegen ist die Ausbildung von Kleinbauern, denen aktuell 17 Kurse angeboten werden: biologischer Gemüseanbau, nachhaltige Forstwirtschaft, Viehzucht, Imkerei und viele andere. Mindestens 30% der TeilnehmerInnen davon müssen laut eigenen Vorgaben Frauen sein.

Das Gelernte können die Kursbesucher:innen im Ausbildungszentrum – eine eigene Landwirtschaft mit momentan 100 Hektar bewässertem Land und 200 Stück Vieh – ausprobieren. Durch die Bewässerung besteht die Möglichkeit zweimal im Jahr zu säen und zu ernten. In der Regenzeit wird Mais und Soja angebaut, in der heißeren Trockenzeit dagegen Hafer, Gerste und Weizen.

 Ende des Jahres startet ein zweijähriger Fernausbildungsgang für staatliche Agrarbeamte in Agroökologie. Ziel ist dabei eine gezielte Multiplikatorenausbildung in ökologischer Landwirtschaft, um noch mehr Kleinbauern im ganzen Land zu erreichen.

Auf eigenen Füßen stehen

Eine der großen Herausforderungen für KATC ist die Vermarktung der eigenen Produkte. Momentan werden in Kasisi bereits Käse, Joghurt und Sahne hergestellt. Zudem werden mit einer eigenen Mühle Vollkornmehl und verschiedene Sorten von Weizengrieß gemahlen. Um finanziell auf eigenen Füßen stehen zu können, möchte KATC die Weiterverarbeitung der eigenen Produkte in Zukunft weiter intensivieren und ausbauen. Die Herstellung der Milch- und Getreideprodukte wird in das Kursprogramm aufgenommen, damit auch die Kleinbauern von dem Wissen profitieren können.

Einkommen generieren

In den umliegenden Dörfern von Kasisi leben etwa 100 Familien von der Landwirtschaft. Ihre Felder werden von den Bewässerungsanlagen des KATC mitversorgt und sie bekommen Schulungen im ökologischen Gemüseanbau. Durch die Nähe zu Lusaka haben sie gute Absatzmöglichkeiten und können ihr Einkommen erheblich steigern. Das bedeutet drei Mahlzeiten am Tag, genügend Geld, um die Schulgebühren ihrer Kinder zu bezahlen und ihre Häuser zu renovieren. Manche Familien können sich sogar ein eigenes Fahrzeug leisten, um ihre Produkte auf den Markt zu bringen und auch für andere Familien den Transport zu übernehmen. Im aktuellen Nationalen Entwicklungsplan der sambischen Regierung ist die ökologische und vor allem die klimafreundliche Landwirtschaft eines der vorrangigen Ziele.

Ein eigenes Müllsystem

Recycling ist eine neue Initiative von KATC. Das Müllentsorgungssystem in Sambia hat erste Ansätze und eine ganze Reihe von Müllsammlern, die Plastik für Recycling-Unternehmen in Sambia oder für den Export nach China, auflesen. Meistens landet der Müll auf der Straße, in der Natur oder im besten Fall noch auf den Müllhalden, die oft direkt in den Wohngebieten der armen Bevölkerung von Lusaka liegen.  Auch auf dem Land fällt in den letzten Jahren immer mehr Plastikmüll an. Hier gibt es keine offizielle Entsorgung. Bis das Plastik in zumindest unsichtbare Partikel zersetzt ist, dauert es um die 400 Jahre, deshalb nimmt die Zahl der Müllberge zu.

Plastik als neue Ressource

Plastikabfall ist ein Rohstoff, der weiterverwendet werden kann und die Möglichkeit einer zusätzlichen Einnahmequelle bietet. „Wir wollten nicht warten, bis der Staat das Problem der Müllentsorgung löst – es ist vor allem Plastikmüll, der die Müllgruben zu 80% füllt – sondern haben selbst angefangen eine Müllentsorgung aufzubauen“, so Claus Recktenwald SJ. Die Maschinen laufen bereits: Ein Schredder, der das Plastik zu kleinen Schnipseln schneidet und eine Bündelmaschine, die Plastik in Plastikbälle presst und transportfähig macht. Es geht auch darum ein Bewusstsein bei den Menschen zu schaffen, für die Produktion von Müll, die gerechte Entsorgung und für die Wiederverwendung. Das passiert in den Plastikrecycling-Workshops. Ziel ist es Plastikmüll aus Kasisi und den umliegenden Dörfern zu sammeln und nach einer anfänglichen Reinigung und Aufbereitung an die Recycling-Firmen in Lusaka zu verkaufen.

Projekt X43030 KASISI

Ort:
Kasisi Mission, 20 km nord-östlich von Lusaka, Sambia

Partner:
Jesuiten Sambia-Malawi Provinz

So hilft Ihre Spende:
Sie trägt dazu bei, landwirtschaftliche Ausbildungskurse für Kleinbauern anzubieten. Durch das Erlernen von ökologischen Anbaumethoden wird der Bevölkerung ein höheres Einkommen ermöglicht und die Ernährung verbessert.

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