Jesuit Worldwide Learning

Weniger als ein Prozent aller Flüchtlinge haben Zugang zu Universitätsbildung. Dabei haben sehr viele das Talent und den Willen zu studieren. Jesuit Worldwide Learning (JWL), die jesuitische Initiative für Hochschulbildung an den Grenzen, bietet ihnen eine einzigartige Chance.

Corona zum Trotz: JWL-Studierende bleiben am Ball

Hoch hinaus: Tamana aus Daikundi/Afghanistan, erklimmt täglich einen kleinen Berg, um sich den Lernstoff herunterzuladen.

Während die Lockdown-Situation in Österreich Schulen und Universitäten ans Limit bringt, kann das globale akademische Programm Jesuit Worldwide Learning auch in der Krise den effizienten Einsatz digitaler Medien aufrechterhalten: „Die Kurse wurden ohne ernsthafte Unterbrechung fortgesetzt“, vermeldet JWL-Präsident Peter Balleis SJ. Darüber hinaus wird das Erfolgsmodell für Flüchtlingslager und Konfliktgebiete zur Blaupause für deutsche Schulen.

„Obwohl wir im März und April fast alle kommunalen Lernzentren schließen mussten, haben unsere Studierenden kreative Lösungen gefunden, um über digitale Kommunikation in Verbindung zu bleiben“, berichtet Pater Balleis. So konnten die meisten JWL-Studierenden und -Berufsschüler ihr Programm fortsetzen und darüber hinaus – angesichts der zusätzlichen Zeit aufgrund der Sperre – „noch intensiver studieren“ und teilweise zwei bis drei Kurse gleichzeitig belegen.

Auch die Mehrzahl der im „Global English Language Program“ eingeschriebenen Studierenden – jene mit Zugang zum digitalen „JWL Learning Management System“ – haben ihr Sprachstudium via Smartphones und Computer fortgesetzt. 

Herausforderungen in der Krise

Viele Probleme sind derzeit, berichtet Pater Balleis, technischer Natur: Schlechte Konnektivität, Stromausfälle, veraltete Betriebssysteme von persönlichen Mobiltelefonen erschweren einigen Studierenden zuhause den Zugang ins Internet. „Die größte Herausforderung aber ist gerade die Isolation“: Die Schülerinnen und Schüler vermissen die soziale Interaktion, insbesondere mit ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen in den Lernzentren.

Nicht zu unterschätzen seien in vielen Familien zudem finanzielle Probleme aufgrund des Lockdowns. Einige müssen ihr Studium zu unterbrechen und Möglichkeiten finden, sich und ihre Familien zu ernähren.

Kreativität und Innovation

Einige Lernzentren stellten den Studierenden Laptops, Tablets und Software zur Verfügung, die sie während des Lockdowns zu Hause nutzen können. Jedes Zentrum greift zudem auf alternative Kommunikationsmittel zurück, um, den jeweiligen lokalen Bedürfnissen und Ressourcen entsprechend, mit den Studierenden in Verbindung zu bleiben: WhatsApp und Zoom sind die beiden länder- und programmübergreifend am häufigsten genutzten Plattformen.
Zudem organisieren sich die Studierenden selbst, um mit ihren Kommilitonen in Kontakt zu bleiben und ihre Teamarbeit fortzusetzen, hauptsächlich über WhatsApp. Sie unterstützen sich auch gegenseitig, z.B. durch die gemeinsame Nutzung von Ladegeräten.

JWL-Corona-Crashkurs: Studierende als Multiplikatoren

JWL hat mit dem Heraufziehen der Krise schnell die ersten Einheiten eines Corona-Crash-Kurses entwickelt, um wichtige Informationen über das Virus und die nötigen Prä­ventions­maß­nahmen zu streuen. Balleis: „Die JWL-Studierenden sind wichtige Multiplikatoren innerhalb ihrer Communities. Der Corona-Crash-Kurs steht allen Personen, die sich dafür anmelden, offen zur Verfügung. Balleis geht davon aus, dass etwa 2000 Sprach-Studenten und Berufsschüler den zweistündigen Kurs durchlaufen haben.

 „eEducation Tools“: eine beispiellose Süd-Nord-Kooperation

Seit 2014 organisiert JWL Online-Kurse für junge Menschen in Flüchtlingslagern und Konfliktgebieten. „Wir machen also seit Jahren genau das, was deutsche Schulen im Moment vor neue Aufgaben stellt – Unterricht digital und interaktiv zu gestalten“, erläutert JWL- Executive President P. Peter Balleis SJ. Als Antwort auf die Corona-bedingten Herausforderungen, vor denen deutsche Lehrer stehen, die über Nacht auf digitalen Unterricht umstellen mussten, hat JWL in Partnerschaft mit der Katholischen Universität (KU) Eichstätt-Ingolstadt einen 40-stündigen Intensivkurs zu digitalen Lehr-Lernmethoden entwickelt.

Balleis berichtet, dass sich mittlerweile 564 deutsche Lehrkräfte für den Kurs angemeldet haben. Die meisten von ihnen haben ihn bereits abgeschlossen. Balleis rechnet damit, dass das Programm mittelfristig 1000 ausgebildete und angehende Lehrerinnen und Lehrer erreichen wird. Nach dem großen Erfolg der deutschen Version wird nun auch ein Modell in englischer Sprache entwickelt.

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Studieren im Flüchtlingslager

Im Sommer 2014 begann das digitale Bildungsprogramm JC:HEM. Ein Zusammenschluss von Jesuitenuniversitäten hat gemeinsam mit lokalen Teams des Jesuiten-Flücht­lings­dienstes (JRS) Hochschulkurse zu Flüchtlingen gebracht. Über eine Kombination aus Onlinekursen und Präsenzbegleitung konnten so junge Leute in Flüchtlingslagern weltweit studieren, die sonst niemals Zugang zu einer Universität gehabt hätten. Zwei Jahre später hat P. Peter Balleis SJ, früher internationaler Direktor des JRS, als Präsident die Leitung übernommen, den Sitz nach Genf verlagert, in Zusammenarbeit mit der Jesuitenhochschule in München ein Europabüro eröffnet und auch den Namen geändert. Aus JC:HEM wurde JWL. Es steht für Jesuit Worldwide Learning: Higher Education at the Margins – Jesuitisches Weltweites Lernen: Hochschulbildung an den Grenzen.

Neue Zentren im Nahen Osten

„In Zeiten, in denen Menschen in Europa und anderswo neue Mauern errichten, müssen wir aktiv gegensteuern“, betont Pater Balleis. „Schon jetzt studieren bei uns in multi-ethnischen und multi-religiösen Lerngruppen 348 Menschen aus 20 Nationen in sieben Ländern gemeinsam online, mit dem Ziel, ein Abschluss-Diplom zu erwerben. Mehr als 3.000 weitere junge Frauen und Männer machen an insgesamt 17 Standorten aktuell Sprachkurse und nutzen berufsbildende Angebote. Wir wollen diese Zahlen noch deutlich steigern.“ So sollen in Erbil und an drei weiteren Orten im Nordirak neue Lernzentren entstehen und eine bestehende Einrichtung im syrischen Aleppo sobald wie möglich wiedereröffnet werden.

Bildung für Menschen jeder Kultur und Religion

JWL ist getragen von internationalen Organisationen, Institutionen und Unternehmen und hat seinen Hauptsitz in Genf, wo auch UNO, WHO und UNHCR angesiedelt sind. JWL steht in der Bildungstradition des Jesuiten­ordens und richtet sich an Menschen jeder Kultur und Religion. Das erklärte Ziel von Direktor Peter Balleis ist es, mit dem Bildungsprogramm von JWL in Zukunft noch mehr Benachteiligte und Flüchtlinge zu erreichen. „Kritische, lösungsorientierte Persönlichkeiten auszubilden, ist der Schlüssel zum Frieden“, sagt er.
Seit Dezember 2016 bringt JWL über 250 Jugendlichen in den Flüchtlingslagern Khanke und Domiz und in den Städten Dohuk und Erbil im Nordirak ein Jahr lang Englisch bei. In der Folge wird JWL Kurse für den Abschluss „Diploma of Liberal Arts“ und berufsbildende Kurse anbieten. Der Bayerische Landtag beispielsweise engagiert sich mit 80 Stipendien, um auf diese Weise kritisches, demokratisches Denken zu fördern.

Ein Traum mit Potenzial

Neben Kenia, Malawi und Jordanien wird das Projekt gerade auf Flüchtlingslager im Tschad und in Thailand nahe der Grenze zu Myanmar sowie auf Afghanistan ausgeweitet. An allen Orten arbeitet der JRS seit langem mit Flüchtlingen und Rückkehrern. Für Pater Peter Balleis ist die Marschrichtung klar: „Bis 2018 wollen wir mit JWL in zehn Ländern arbeiten. Das Ganze hat viel Potenzial und kann auch über Flüchtlinge hinaus ausgeweitet werden. Vielleicht schaffen wir eine globale Online-Universität für die Armen. Wir bieten etwas für die, die am Rande leben. Wir wollen Ausgrenzung und Grenzen überwinden. Das ist unser Traum.“

Projekt Studium für Flüchtlinge

Länder:
Nordirak, Kenia, Malawi, Jordanien, Afghanistan, Thailand, Tschad, USA

Partner:
P. Peter Balleis SJ, Präsident von Jesuit Worldwide Learning (JWL)

Kontext:
Bildungschancen für junge Menschen am Rande der Gesellschaft, um bereits jetzt in den Flüchtlings­lagern in die Zukunft der kriegszerstörten Länder zu investieren

So können Sie helfen:

  • Schon 1.900 Euro genügen, um einen akademischen Studienplatz in den Flüchtlingslagern Khanke und Domiz ein Jahr lang zu finanzieren
  • 1.300 Euro kostet ein Ausbildungsplatz für einen einjährigen Berufskurs
  • Für 550 Euro bringt JWL einem Studierenden ein Jahr lang Englisch bei
  • Darin enthalten sind die Kosten für Solar­energie, Computerplätze, Kurse vor Ort und die akademische Begleitung durch die beteiligten Jesuitenuniversitäten.

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