JRS Österreich

Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst (JRS – Jesuit Refugee Service) ist eine internationale katholische Organisation mit dem Ziel, Flüchtlinge und andere Zwangsvertriebene zu unterstützen, v. a. durch Rechtsberatung, psychosoziale Dienste und vielfältige Bildungsangebote. Er wurde 1980 von P. Pedro Arrupe SJ als ein Werk der Gesellschaft Jesu gegründet.

Der Flücht­lings­dienst der Jesuiten in Österreich

Der weltweite Jesuiten-Flücht­lings­dienst – Jesuit Refugee Service – (JRS) wurde 1980 angesichts der Not vietnamesischer Bootsflüchtlinge als internationale Hilfsorganisation gegründet; heute ist er mit etwa 1.200 Mitarbeitenden in mehr als 50 Ländern vertreten. Unserem Auftrag entsprechend begleiten und unterstützen wir Flüchtlinge und Migranten und treten für ihre Rechte ein.

Seit 2015 konnte der Flücht­lings­dienst der Jesuiten (JRS) auch in Österreich wieder intensiv tätig werden. Durchaus angeregt durch die großzügige Hilfsbereitschaft der österreichischen Zivilgesellschaft als tausende von Menschen über Ungarn oder Slowenien nach Österreich kamen.

Unser Hauptaugenmerk liegt auf der direkten Hilfe: Sprachkurse sind wichtig für jede weitere Integration in Österreich. Asylwerber und anerkannte Asylanten brauchen Begleitung beim Start in den Alltag in Österreich. Besonders wichtig erscheint uns, dass neben den Kindern, die in Schulen Unterricht erhalten, auch Jugendliche in Schulen aufgenommen werden.

Die große Herausforderung sind die Interviews und in der Folge die Entscheidung über die Erteilung des Bleiberechts oder des Asylstatus in Österreich. Natürlich sind im Laufe der Monate Beziehungen und Freundschaften entstanden. Es gibt einige, die sich nach kurzer Zeit schon für die Rückkehr entschieden haben. Viele bemühen sich, in unsere Kultur und unser Lebensumfeld einzutauchen. Mit ihnen hoffen wir, dass sie das Bleiberecht zugesprochen bekommen.

„Locugee“ – awakening potentials

Einheimische (locals) und Flüchtlinge (refugees) leben zusammen

Seit Sommer 2017 ist JRS Österreich als eigenständiges Werk der Jesuiten etabliert. Für das Werk zuständig sind P. Markus Inama SJ und P. Martin Rauch SJ. JRS Österreich verfolgt drei Ziele:

  •     Hilfe vor Ort, insbesondere in Syrien
  •     Hilfe zur Integration in Österreich – das Locugee-Projekt
  •     Unterstützung von Menschen vor der Abschiebung

P. Martin Rauch SJ lebt mit Flüchtlingen und Asylwerbern in einer Wohnung. Der Name des Projekts lautet „Locugee“. Der Name verdeutlicht bereits die Zielsetzung: Einheimische (locals) und Flüchtlinge (refugees) lernen, zusammen zu leben, Freundschaft zu schließen, zusammenzuhalten und voneinander zu lernen. Dadurch wird einerseits der Integrationsprozess gefördert und andererseits bei den Einheimischen das Verständnis und die Empathie für Flüchtlinge gestärkt. Flüchtlinge sollen und wollen dabei nicht primär auf Ihre Rolle als Flüchtlinge reduziert werden.

Das Projekt Locugee besteht aus zwei Wohnungen:

Locugee 1: Fünf Flüchtlinge und zwei Studenten (Leiter P. Rauch)
Locugee 2: Sechs Studenten aus fünf Ländern (Iran, Irak, Venezuela, USA und Deutschland)
Locugee 3: Zwei Flüchtlinge

Umgesetzt werden die Ziele des Locugee-Projekts durch die folgenden drei Arbeitsfelder, welche miteinander verbunden sind:

1.Leben in den Wohngemeinschaften
2.Lernwerkstatt
3. Unterstützende Unternehmungen.

Gesellschaft und Dialog im Kardinal König Haus

Eine wichtige Ebene unseres Einsatzes als JRS ist die Ausbildung und die Weiterbildung von Menschen, die in der Arbeit mit Flüchtlingen tätig sind. Seit 2015 arbeitet der JRS eng im Bereich Flucht, Migration und Integration mit dem Kardinal König Haus zusammen.

Gelungenes Deutsch-Lernen im Kardinal König Haus

Mit dem Projekt „Gelungenes Deutsch-Lernen“ bieten wir geflüchteten Menschen ein lebensweltorientiertes Deutschlernprogramm. Das Projekt besteht derzeit aus einem Deutschkurs für geflüchtete Frauen und Männer und einem vielfältigen Begleitprogramm im Kardinal König Haus. 15 geflüchtete Frauen und Männer aus Wien und Niederösterreich nehmen von März bis Juli 2019 an dem Projekt teil.

Deutschkurs, Lernhilfecafé und Workshops

Der B1-Deutschkurs findet zweimal wöchentlich im Kardinal König Haus statt. Wir bieten ergänzend zum Deutschkurs jeden Freitag von 14:30 bis 16:00 Uhr ein regelmäßiges Lernhilfecafé im Kardinal König Haus an. Gemeinsam mit ehrenamtlichen LernbegleiterInnen werden Lerninhalte aus den Kursen geübt, Prüfungsaufgaben vorbereitet oder Alltagsthemen besprochen. Lernmaterialien für die Niveaus A1 bis B2 stehen zur Verfügung. Nach Absolvierung des Deutschkurses gibt es im Sommer die Möglichkeit, bei der ÖSD-Prüfung anzutreten. Die Kosten für den Kurs und die abschließende Prüfung werden für die TeilnehmerInnen übernommen.Integriert in den Deutschkurs werden Workshops angeboten, die auf die Interessenslagen der Teilnehmerinnen zugeschnitten sind. Behandelte Themen sind in diesem Jahr etwa Aus- und Weiterbildung, sowie Zeitgeschichte und das politische System in Österreich.

Diverse Freizeitaktivitäten, wie etwa ein geführter Stadtspaziergang durch die Wiener Innenstadt, bieten Begegnungs- und Lernräume, um Sprachmöglichkeiten zu schaffen und Menschen kennenzulernen.

Angebot für Freiwillige und weitere Veranstaltungen

Die LernbegelterInnen des Lernhilfecafés erhalten in begleitenden Workshops methodische Unterstützung. Im Herbst erwartet die Ehrenamtlichen in Begleitung von Geflüchteten ein vielfältiges Fortbildungsprogramm. Neben den Aktivitäten für geflüchtete Menschen gibt es im Kardinal König Haus Seminare, Workshops und Vorträge zu Migrations- und Flucht und weiteren gesellschaftlichen Themen.

Lebenswelt und Lebensalltag von Geflüchteten

Ein Projekt wird derzeit mihilfe von Worshops in Schulen umgesetzt. Sie beinhalten die Erzählung der Fluchtgeschichte eines jungen Afghanen sowie Berichte aus der Flüchtlingshilfe in Griechenland, die den Kindern mittels Fotografien und Bildbertrachtungsmethoden näher gebracht werden. Dieses Projekt will das Thema Flucht und Flüchtlingshilfe Kindern der 8. und 9. Schulstufe näherbringen und so die nächste Generation auf das Thema sensibilisieren.

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MENSCHEN FÜR ANDERE
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