CANAT – Sozialprogramm für Kinder in Peru

Die Provinz Piura liegt im Nordwesten Perus. Hier ist das Leben eintönig und schwer. Viele Kinder müssen die Familie schon früh finanziell mit unterstützen. Deswegen können sie nicht einmal ihre Schulbildung beenden. – CANAT hilft ihnen bei ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung.

10.08.2019 Jesuit Volunteers

JV Marlen über ihr Auslandsjahr im Sozialprojekt Canat

Seit August vergangenen Jahres lebt Marlen als Jesuit Volunteer in Piura, einer Wüstenstadt im Norden Perus, die rund 500.000 Einwohner zählt und unterstützt CANAT, eine Sozialeinrichtung für arbeitende Kinder und Jugendliche. Im Rückblick erzählt sie von ihrem Perspektivenwechsel, Freiheitsgefühl und der Wertschätzung, die sie erfahren durfte.

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Hoffnungen werden nicht erfüllt

Mit der Hoffnung, Arbeit zu finden, ziehen die Menschen in die Städte. Doch ihre Träume werden in den meisten Fällen enttäuscht. Die Eltern können mit ihrem geringen Einkommen die Familie nicht ernähren. Deswegen müssen auch die Kinder früh zum Unterhalt beitragen. Zum Teil sind sie da gerade einmal fünf Jahre alt. Viele können deswegen die Schule nicht beenden. Wegen der Armut können sie sich auch keine Ausbildung leisten. Ungelernt arbeiten die meisten Kinder schwer. Sie sind Hilfsarbeiter in Läden und Restaurants oder Müllsortierer auf den Müllhalden.

Die Unterstützung ist ganzheitlich

Die beiden Organisationen „Manitos Creciendo“ und „Manitos Trabajando“ haben für diese Kinder das Zentrum CANAT gegründet. CANAT steht für: Centro de Apoyo a Niños/as y Adolescentes/as Trabajadores. Auf Deutsch heißt das: „Hilfszentrum für Kinder und Jugendliche, die arbeiten“. CANAT kümmert sich ganzheitlich um das Wohl und die Entwicklung der Kinder. Das Ziel: Das Selbstvertrauen der jungen Menschen zu stärken. So soll eine Basis für die persönliche Entwicklung in den Bereichen Bildung, Familie, Arbeit und soziales Umfeld geschaffen werden. Zudem geht es um den Schutz und die Einhaltung der sozialen und politischen Rechte der Kinder und Jugendlichen, die arbeiten müssen. CANAT ist in fünf Bereiche gegliedert.

Schulbegleitender Unterricht und Berufsausbildung

Kinder sollen die Möglichkeit haben, freiwillig in die Schule zurückzukehren, obwohl sie bereits arbeiten. Wegen der Arbeit ist es meistens schwierig genug Zeit in der Schule zu sein. Deswegen sind die Jugendlichen Teil eines alternativen Bildungsprogramms. Das Ziel ist es die Fähigkeit der Kinder im Bereich persönlicher Bindungen zu stärken. So soll eine Grundlage für die persönliche Entwicklung in den Bereichen Schule, Familie, Arbeit und Sozialumfeld geschaffen werden. Gefördert werden zudem der Schutz und die Einhaltung der sozialen und politischen Rechte der Kinder.

Jugendlichen sollen die Möglichkeit auf eine abgeschlossene Schulausbildung und eine zukünftige Arbeit erhalten. In zwei Situationen wird besonders spezifisch geholfen. Viele Jugendliche haben keine abgeschlossene Schulausbildung. Andere haben zwar eine abgeschlossene Schulausbildung, aber sie können sich nicht weiterbilden, weil sie schlicht zu arm sind. Das Ziel ist es, den arbeitenden Jugendlichen eine Berufsausbildung und kaufmännisches Wissen zu vermitteln, das ihnen hilft ihre Potenziale zu fördern und ihre beruflichen Aussichten zu stärken. Bei CANAT haben die Jugendlichen die Möglichkeit als Mechaniker für Mototaxis, als Koch, als Schneider oder in dem Bereich Kosmetik und Frisör Kenntnisse zu erwerben.

Arbeit mit den Familien

Dieser Bereich beschäftigt sich mit den Familien, deren Kinder Teilnehmer der ersten beiden Bereiche sind (Schulbegleitender Unterricht und Berufsausbildung). Ziel ist es die Entwicklung der Kinder zu fördern. Außerdem wird den Kindern geholfen, die eigene Rolle innerhalb der Familie zu finden. Es wird somit der Raum für persönliche Weiterbildung, für die Begegnung und das Zusammenleben der Familie geschaffen.

In den Außenvierteln ist die Grundversorgung nicht gewährleistet. Die Bewohner sind häufig Immigranten und leben mit ständigem Risiko. Hier wird mit Kleinkindern bis zu Kindern im Alter von 12 Jahren gearbeitet, um die Entwicklung ihrer persönlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu unterstützen. Durch spielerische Aktivitäten soll ihre Persönlichkeit gestärkt und ihre Beziehungsfähigkeit verbessert werden.

Die Gesellschaft soll lernen bewusst mit ihren Verantwortungen umzugehen. Die Arbeit zielt vor allem auf Kinder, Jugendliche und ihre Familien. Hierdurch soll Raum geschaffen werden für Bildung, Begegnung, neue Beziehungen und Kontakte. Bereits fertig ausgebildete Jugendliche von CANAT engagieren sich ebenfalls in verschiedenen Einrichtungen.

Deswegen wirkt CANAT nachhaltig

CANAT verfolgt nicht nur das Ziel, die Kinderarbeit zu abzuschaffen. Das Sozialprogramm leistet viel mehr, damit die investierte Arbeit auch langfristig Früchte trägt. Deswegen werden die Ursachen und Auswirkungen von Kinderarbeit erfasst und möglichst ganzheitlich behoben. Gerade deswegen ist es beispielsweise wichtig, dass nicht nur mit den Kindern und Jugendlichen zusammengearbeitet wird, sondern auch ihre Familien mit in die Arbeit einbezogen werden. So werden Kinder und Jugendliche gestärkt und erhalten bessere Aussichten für ihre eigene Zukunft. Zurzeit kümmert sich das Zentrum um 340 Kinder und Jugendliche.

Kurzfilm über das Projekt CANAT (11 min.)

Lesen Sie hier, wie CANAT Kindern und Jugendlichen hilft: Geschichten aus Piura

Projekt X79300 CANAT

Land:
Peru

Partner:
Gabriela Renteria Hernandez

Zielgruppe:
Arbeitende Kinder und Jugendliche

Kontext:
Kinder müssen die Eltern oft früh unterstützen. Sie können deshalb Schule oder Ausbildung nicht abschließen.

So können Sie helfen:

  • 47 Eurokostet die Föderung und Betreuung eines Kindes im Monat.
  • 237 Euro beträgt das Monatsgehalt einer Sozialarbeiterin.

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Verwendungszweck:
X79300 CANAT

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