2 Monate Freiwilligeneinsatz in Kirgistan

„Kinderaugen strahlen beim Malen und der sechsjährige Achmad läuft mir in der Früh entgegen und umarmt mich“. Susanne Kleinoscheg berichtet über ihren Einsatz in Kirgistan und die große Freude der Kinder und Eltern am Yssyk-Kul See. In Kirigistan, wo die Einkommen gering sind und es keine Förderungen für Eltern mit behinderten Kindern gibt, ist so ein Ferienangebot selten die Dankbarkeit dafür umso größer.

Freude und Dankbarkeit

Der sechsjährige Achmad läuft mir in der Früh nach meinem Morgenspaziergang entgegen und umarmt mich. Kinderaugen strahlen beim Malen mit Wasserfarben und haben ihre Freude daran, dass nicht nur die Blätter, sondern auch ihre Hände bunt angemalt sind.

Diese und ähnliche Erlebnisse machten mir meine Arbeit im Ferienhaus am Yssyk Kul See sehr leicht. Die Freude und Dankbarkeit der Kinder oder Eltern über jede noch so kleine Hilfe, über Spiele oder abgenommene Arbeit gab mir die Kraft, zwei Monate keinen Tag daran zu zweifeln, ob es richtig war, mich in meinem Alter auf so ein Abenteuer einzulassen. „Sviet Ljubvi“ wurde 2011 als Verein von den Jesuiten gegründet, um die Verwaltung und Organisation des Hauses leichter abzuwickeln. In Kirgistan gibt es sehr wenige römisch-katholische Christen und der Staat will keine Mission erlauben. Die Kirgisen sind von Natur aus fromm und offen gegenüber anderen Religionen. Sie sind überzeugt, dass Gott ihren Kindern mehr helfen kann als Ärzte.

Erholung, Therapie und kultureller Austausch

Vom Staat gibt es keine Förderung für Eltern mit behinderten Kindern, daher ist das Haus doppelt wichtig. Hier können sich die Mütter mit den Kindern erholen, und manchmal sind auch Therapeutinnen da, wobei es in ganz Kirgistan eine einzige geprüfte Physiotherapeutin (aus Deutschland) gibt. Die Bewegung im Wasser und die Wärme des Sandes am Strand bewirken bei einigen Kindern sehr viel. Sie kräftigten ihre Muskulatur und der warme Sand lockert ihre Verkrampfungen.  Der zweite wichtige Effekt im Haus ist, dass Kirgisen auf Usbeken treffen und sich kennenlernen. Leider haben diese zwei Nationen keine friedliche Geschichte miteinander, und der letzte Konflikt von 2010 ist in den Köpfen der Menschen sehr präsent.

In meinen zwei Monaten waren einige Jugendgruppen aus dem Süden des Landes oder sogar aus Usbekistan dabei, und meistens schauten sich die Jugendlichen und Kinder der zwei Volksgruppen nur von Ferne an – aber durch die Freizeitaktivitäten  (Volleyball , Schwimmen oder Tanzen) kamen sie in Kontakt, und damit wurden neue Freundschaften gebildet. Im Haus und in Zelten waren zeitweise bis zu 100 Jugendliche. Die Köchinnen des Hauser waren hier sehr gefordert, denn sie kochten auf einem Holzherd. Das hatte andererseits den Vorteil, dass wir auch bei Stromausfällen (manchmal bis zu zwei Tagen) immer etwas zu essen bekamen und warmes Wasser zum Abwaschen hatten.

Ein zweites Haus für das Feriencamp

So ein Ferienangebot gibt es in Kirgistan sehr selten. Für zehn Tage kostet der Aufenthalt für ein Kind 150€ (zum Vergleich: Ein Universitätsprofessor, P. Janes, verdient monatlich 200€). Die Gruppen zahlen je nach ihrer finanziellen Möglichkeit – viele könnten es sich ohne Unterstützung aber nicht leisten. Jetzt im September wird mit dem Bau eines zweiten Hauses begonnen. Es wird kleiner sein als das erste, aber am gleichen Standard: Pro Stockwerke gibt es zwei Duschen und zwei WCs. Das Haus wurde mit den Unterstützungen aus den USA, Deutschland und Österreich finanziert. Für die Innenausstattung wird noch Geld benötigt. Beide Häuser haben mehr Luxus, als die meisten Kinder zu Hause haben, aber nicht so viel, dass sie sich unwohl fühlen würden. Ganz viele Menschen haben zu Hause keine Wassertoiletten. Im Sommer wäscht man sich meist im Freien und im Winter in der Wohnküche mit einem Schaffel. Fliesendes Wasser ist am Land nicht Standard.

In diesen zwei Monaten wurde mir der Grundsatz des heiligen Benedikt wieder so klar: Ora et labora et lege – bete, arbeite und lies. Wenn ein Priester im Haus war, hatten wir um 7.30 Uhr Eucharistiefeier. Die Arbeit umfasste vom Haushalt bis zum Spielen alles, begann oft um 8.00 Uhr und endete um 22.00 Uhr. In der Mittagshitze ist es in dieser Höhe nicht klug, in die Sonne zu gehen. Daher zieht man sich in die 3 bis 22 Betten-Zimmer zurück und liest etwas.

Wer Näheres erfahren möchte: Es wird im Herbst einen Vortrag mit Bildern in der Pfarre Herz Jesu geben.

Bericht von Susanne Kleinoscheg

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