10 Jahre Hochschulbildung an den Grenzen

Weniger als ein Prozent aller Flüchtlinge haben Zugang zu Universitätsbildung. Dabei haben sehr viele das Talent und den Willen zu studieren. Seit genau 10 Jahren bietet Jesuit Worldwide Learning (JWL), die jesuitische Initiative für Hochschulbildung an den Grenzen, eine einzigartige Chance mit dem Traum einer globalen Online-Universität für Arme.

Der Welttag der Migranten und Flüchtlinge fällt mit der Feier von Jesuit Worldwide Learning zusammen. Seit 10 Jahren bietet JWL Hochschulbildung am Rande und dient den Vertriebenen und anderen schutzbedürftigen und unterversorgten Gemeinden auf der ganzen Welt.

Bildungszugang ermöglicht

„Die Arbeit von Jesuit Commons ist sehr wichtig und erfordert Unterstützung und Engagement für die Universitäten, um den Traum von mehr Gleichberechtigung beim Bildungszugang zu verwirklichen.“, sagte der verstorbene Pater Adolfo Nicolás SJ (ehemaliger Generaloberer der Gesellschaft Jesu), als er am 21. April 2010 bei dem Treffen der Jesuitenuniversitäten in Mexiko-Stadt sprach. Das war der Beginn der Jesuit Commons Higher Education am Rande (JC: HEM) – jetzt Jesuit Worldwide Learning.

An diesem Tag wurde die Vereinbarung unterzeichnet, Flüchtlingen im Flüchtlingslager Kakuma (Kenia) und im Flüchtlingslager Dzaleka (Malawi) ein von der Regis Universität akkreditiertes Online-Diplom für Liberale Studien anzubieten. Die ersten akademischen Studenten begannen ihr Studium Ende September 2010. Der Jesuiten-Flücht­lings­dienst war der strategische Partner während der Pilotphase des Programms.

Neuer Name: Jesuit Worldwide Learning

Auf einer Konferenz 2012, an der Regis Universität, wurde der Erfolg des Pilotprojekts mithilfe der Jesuitenuniversitäten in den USA gewürdigt und beschlossen, das Programm auf neue Regionen und Partner am Rande auszudehnen. Eine externe Bewertung aus dem Jahr 2015 betonte den Wert der ignatianischen Pädagogik und des kritischen Denkens, die im Lehrplan des „Liberal Studies-Programms“ verankert sind. Im Mai 2016 äußerte Peter Balleis SJ die Bitte, das Hochschulprogramm von JC:HEM in Jesuit Worldwide Learning – Hochschulbildung am Rande (JWL), umzuändern und JWL als apostolische Arbeit der zukünftigen mitteleuropäischen Provinz der Jesuiten zu etablieren. JWL wurde am 27. September 2016 als Internationaler Verband in Genf (Schweiz) gegründet.

JWL spielte eine wichtige Rolle beim Treffen der Jesuitenuniversitäten in Bilbao (Juli 2018). Pater General Arturo Sosa SJ erwähnte die Organisation in seiner Rede und verwies auf eine der beiden Herausforderungen für Universitäten – die Überwindung geografischer und sozialer Grenzen, innerhalb derer Universitäten tätig sind:

„Wir wurden an Orte geschickt, die nicht leicht zu erreichen sind und die andere vermieden haben. Die von der Gesellschaft Jesu angebotene Universitätsausbildung soll für alle offen sein und wurde insbesondere dazu gegründet, die Ausgegrenzten oder Verarmten, Flüchtlinge und diejenigen zu erreichen, die aufgrund der in der heutigen Welt herrschenden unfairen sozialen Beziehungen vertrieben wurden . Wir haben das Wissen und die pädagogischen Mittel, um entfernte oder sozial marginalisierte Orte zu erreichen.“

Diese Worte und die vier Apostolischen Präferenzen der Gesellschaft stärken die Mission von JWL, Jugendlichen in marginalisierten Gemeinschaften eine höhere Bildung zu bieten, für unser gemeinsames Zuhause zu sorgen und den Menschen den Weg von der Selbst- zur Fremdzentrierung zu zeigen.

Peter Balleis SJ

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