Fe y Alegría – Schulen in Afrika

Ein rotes Herz mit drei Kindern in der Mitte – unter diesem Zeichen ist das Schulwerk Fe y Alegría mit mehr als 1,5 Millionen Schülern in ganz Lateinamerika bekannt. Vor ein paar Jahren wurde der Sprung über den Kontinent gewagt und eine einmalige Süd-Süd-Kooperation aufgebaut: Fe y Alegría ist in Afrika angekommen.

Wo der Asphalt endet...

...da beginnt Fe y Alegría („Glaube und Freude“): Ein rotes Herz mit drei Kindern in der Mitte – unter diesem Zeichen ist das Schulwerk mit mehr als 1,5 Millionen Schülern in ganz Lateinamerika bekannt. Jetzt kommt es auch nach Afrika. Gegründet wurde es vor mehr als einem halben Jahrhundert von dem venezolanischen Jesuiten José María Vélaz. FyA entstand aus der im Evangelium wurzelnden Option für die Armen, aber auch aus der Überzeugung armer Leute, dass sie für die Verbesserung ihrer Lebensqualität und für die Veränderung der sie umgebenden Gesellschaft selber etwas tun können.

In der Sahelzone

Mehr als 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche lernen in den FyA-Schulen. Vor ein paar Jahren wurde der Sprung über den Kontinent gewagt und eine einmalige Süd-Süd-Kooperation aufgebaut: Fe y Alegría ist in Afrika angekommen. Auch das war bereits eine Vision des Gründers Pater Vélaz. Die Region Guéra mit der Provinzhauptstadt Mongo liegt in der Sahelzone mitten im Tschad und ist immer wieder von Lebensmittelkrisen betroffen. Die Hirseernten verdorren durch fehlenden Regen oder werden durch einfallende Heuschrecken und körnerfressende Vogelschwärme vernichtet. Um die Kleinbauern aus den Fängen lokaler Wucherer sowie der ewigen Abhängigkeit von ausländischen Hilfslieferungen zu befreien, haben die Jesuiten in Mongo gemeinsam mit den örtlichen Gemeinden selbst verwaltete Getreidebanken aufgebaut. Es ist ein karges Leben in den Dörfern, das sich stark nach kulturellen und religiösen Traditionen ausrichtet. Seit einigen Jahren gibt es hier ein Netzwerk von 26 kleinen FyA-Schulen, die im frankophonen Tschad unter „Foi et Joie“ firmieren.

Zusammenarbeit der Religionen

Drei großen Herausforderungen steht Fe y Alegría im Tschad gegenüber: Einbeziehung der Eltern und Dorfgemeinschaften, Steigerung des Schulbesuches von Mädchen, Vermittlung einer auf christlichen Werten basierenden Pädagogik in zum Teil stark muslimisch und animistisch geprägten Regionen. Es gibt drei Hauptreligionen im Land: Islam (54%), Christentum (33%) und traditionelle afrikanische Religionen (7%). „Wir arbeiten mit Angehörigen aller drei Religionen gut zusammen“, betont Pater Mborong, der das Schulwerk leitet. In vielen der ländlichen FyA-Schulen im Tschad ist die Mehrheit der Kinder muslimisch, der Rest ist animistisch und es gibt vielleicht auch den einen oder anderen Christen. Aber es herrscht Harmonie in den Schulen, es gibt keine Konflikte. Fe y Alegría arbeitet hier, ohne die religiösen Unterschiede in Frage zu stellen.

Fe y Alegria DRC

Einem Schulbesuch in der Demokratischen Republik Kongo steht oft die Armut im Weg, wie eine Grundschullehrerin in Kisantu berichtet. Während sie im September noch 80-90 Schülerinnen und Schüler in ihrer Klasse zählt, sind es im zweiten Monat des Schuljahres nur noch 40: „Viele Eltern können sich die Schulgebühren nicht leisten. Schon das Geld für einen Stift ist meist hart aufzutreiben.“  Deshalb arbeiten viele Kinder auf dem Feld, anstatt die Schule zu besuchen.

In diesen Schulen ist Fe y Alegria mit dem Motto  „eine qualitative Bildung“ anzubieten, tätig, wie Alfred Kiteso SJ, Direktor von FyA DR sagt. Dazu gehört auch, dass die Eltern in das Programm miteinbezogen werden, damit sie ihre Kinder unterstützen können. Aber auch Bildungsprogramme, die außerhalb der Schulzeiten stattfinden und versuchen durch informelle Bildung kleine Aktivitäten zu schaffen, die später die Lebensgrundlage sichern können.

Bildung für Mädchen

In den letzten Jahren hat sich die Anzahl der Mädchen in den FyA-Klassen kontinuierlich erhöht – eine sehr positive Entwicklung. Denn traditionell werden Mädchen in den ländlichen Regionen sehr früh zu ganztägiger Haus-, Feld- und Familienarbeit herangezogen. Es ist nach wie vor gängig, Mädchen sehr jung zu verheiraten, manchmal sind sie gerade erst 12 oder 13 Jahre alt geworden. Fe y Alegría hat intensiv mit Müttern, Vätern und Dorfgemeinschaften gearbeitet, um eine Bewusstseinsänderung zu erreichen und den Wert von Bildung für Mädchen zu verdeutlichen. Auch im FYA Kindergarten in Kikwit sind viele von den 54 Kindern Mädchen.

Ein Dorfältester bringt es jetzt so auf den Punkt: „Ein Mädchen zu unterrichten, bedeutet die ganze Nation zu unterrichten. Ihr Wissen wird auch ihren Kindern nützen, sie kann sich besser um sie kümmern, zu Untersuchungsterminen ins Krankenhaus gehen, den Kalender mit Impfterminen führen. Wenn alle unsere Kinder bis zur Abschlussklasse auf der Schule bleiben, wird sich unser Dorf ändern. Dafür danken wir den Lehrern von Fe y Alegría.“

Tschad

Kontinent:
Afrika

Partner:
Pater Etienne Mborong SJ

Zielgruppe:
Schulkinder im Tschad und in der DR Kongo, besonderes Augenmerk auf Bildung für Mädchen, Alphabetisierung von Eltern

Kontext:
Qualitätsunterricht für benachteiligte Kinder, Einbeziehung der Eltern, gemeinsame Entwicklung des Stadtviertels oder der Dorfgemeinschaft, Lehrerausbildung, Hilfe zur Selbsthilfe, interreligiöser Dialog.

So können Sie helfen: 

  • 166 Euro betragen die Kosten, um ein Kind ein Jahr lang unterrichten zu können

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Am GivingTuesday wird in über 100 Ländern der Tag des Gebens und Spendens gefeiert.  2019 findet der GivingTuesday am 3. Dezember statt. Er lenkt die Aufmerksamkeit auf die Themen Geben und Spenden und stellt das soziale Engagement in den Vordergrund. Dieses Jahr wollen wir im Rahmen des Giving Tuesday „Fe y Alegría“ in Afrika unterstützen, die dort trotz großer Armut eine qualitative Schulbidlung erhalten.

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