Bildung für Afghanistan

Das ländliche Afghanistan mit einen uralten Traditionen und Lebensweisen ist eine archaische Welt. Der Krieg hat tiefe Wunden in die Seelen der Menschen geschlagen. Mit ihrer Bildungsarbeit haben die Jesuiten in den vergangenen 15 Jahren Vertrauen gewonnen, um vor allem den Mädchen Türen zu öffnen. Mit Ihrer Hilfe wollen wir diesen Weg weiter unterstützen

Bildung für den Frieden

„Gute Bildung ist eines der größten Bedürfnisse hier im Land“, sagt Pater Stan Fernandes. „Die Bevölkerung ist jung, 68 Prozent sind zwischen 12 und 25 Jahre alt. Bildung ist der Bereich, in dem die Regierung uns um Mithilfe gebeten hat.“ Der indische Jesuit ist für die Projekte in Afghanistan verantwortlich, die von Englischunterricht über Abitur-Vorbereitung und Lehrerausbildung bis hin zum Online-Studium reichen.

An die Grenzen gehen

Vor fast fünfzehn Jahren ist der heute 72-Jährige das erste Mal in Kabul gelandet.  Nach dem Fall der Taliban im Jahr 2001 beschließen die Jesuiten der südasiatischen Region, angesichts der großen humanitären Not in Afghanistan aktiv zu werden. Millionen von Flüchtlingen hatten vor allem in den Nachbarländern Iran und Pakistan im Laufe des jahrzehntelangen Bürgerkrieges Schutz gesucht, die nun nach und nach zurückkehren in ihre zerstörte und verarmte Heimat und vor dem Nichts stehen. „In meiner indischen Heimatprovinz Pune haben Jesuiten aus dem deutschsprachigen Raum so viel aufgebaut und uns mitgegeben. Jetzt war es an uns, dem Ruf an die Grenzen zu folgen und dorthin zu gehen, wo die Not am größten ist“, erklärt Pater Stan.

Ein Schild an der Straße

Der Wiederaufbau einer technischen Schule in Herat ist 2005 das erste Projekt, das die Jesuiten in Angriff nehmen. Bruder Noel Oliver, der zuvor im indischen Pune eine technische Schule geleitet und in Kambodscha nach dem Bürgerkrieg ein Berufsbildungszentrum aufgebaut hatte, erinnert sich: „Der Kontakt kam damals zufällig zustande: “Zu Beginn unserer Zeit in Afghanistan ging es darum, die Situation zu beurteilen und Vorschläge zu machen, wie wir sinnvoll helfen konnten. Als wir eines Tages auf der Straße entlangfuhren, fiel mir ein Schild ins Auge: Herat Technical Vocational High School. Sofort bat ich unseren Übersetzer anzuhalten und zu schauen, ob wir die technische Schule besuchen konnten.“ Aus dieser ersten Begegnung entwickelt sich eine jahrelange Zusammenarbeit. Abdurahim Karimi, der damalige Direktor, sagt im Rückblick: „Alles, was der JRS getan hat, war wie ein persönliches Geschenk für mich und ich werde es niemals vergessen. Die technische Schule auf den jetzigen Stand zu bringen, hat der jungen Generation Hoffnung gegeben. Die hier ausgebildeten Ingenieurinnen und Ingenieure tragen zur Entwicklung der gesamten Region bei.“

Intensivkurse in Winterschulen

Die Gesichter der Mädchen sind blass vor Kälte, die Nasenspitzen rot, aber all das stört sie nicht. Sie sind freiwillig hier und verfolgen den Unterricht mit Ehrgeiz, Konzentration und Motivation. Es sind Winterferien in Afghanistan und die Schule hat eigentlich geschlossen. In diesen drei Monaten darf der Flüchtlingsdienst der Jesuiten (JRS) das Gebäude für seine sogenannten Winterschulen nutzen. Diese Intensivkurse finden nicht nur hier in Kabul an verschiedenen Schulen statt, sondern auch in Herat sowie in vielen Orten der beiden Provinzen Bamiyan und Daikundi. Tausende Mädchen und Jungen erhalten so jedes Jahr von Januar bis März Englisch- und Computerunterricht. Für Jugendliche der höheren Klassen stehen in Extrakursen auch die naturwissenschaftlichen Prüfungsfächer des afghanischen Abiturs auf dem Winterprogramm. Denn anhand dieser Note wird anschließend zentral entschieden, wer an welcher Universität welches Fach studieren darf.

Infrastruktur, Lehrerausbildung, Landwirtschaft: Das Netzwerk wächst

Nach und nach ergeben sich weitere Kontakte. Unter dem organisatorischen Dach des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes (JRS) beginnen sich die indischen Jesuiten in unterschiedlichen Bereichen zu engagieren: In Sohadat, einer tristen Rückkehrersiedlung bei Herat, helfen sie beim Aufbau einer Grundschule und der Wasserversorgung.

Neue Regionen im Visier

An der Universität von Kabul unterrichten sie. In Bamiyan beginnen sie mit Englisch-, Pädagogik- und Mathematikkursen für angehende Lehrerinnen und Lehrer, unterstützen Landwirtschaftsprojekte sowie Selbsthilfegruppen für Frauen und bauen die Winterschulen auf, die sich bald auch auf andere Regionen ausdehnen. Über das Hochschulprogramm Jesuit Worldwide Learning (JWL) können junge Frauen und Männer an verschiedenen Standorten studieren und ein international anerkanntes Diplom erhalten.

Projekt X31193 Afghanistan

Land:
Afghanistan

Partner:
P. Stan Fernandes SJ

Zielgruppe:
Kinder und Jugendliche, vor allem Mädchen, Landbevölkerung

Kontext:
Die Arbeit der indischen Jesuiten in Afghanistan ist ein Projekt der Jesuitenkonferenz Südasien und des Jesuitenflüchtlingsdienstes (JRS).

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